Druckschrift 
Im Osten was Neues? : Perspektiven von Migrant_innen - Schwarzen Menschen - Communitys of Color auf 30 Jahre (Wieder-)Vereinigung und Transformationsprozesse in Ostdeutschland : 28.-30. Oktober 2020, Hochschule Mittweida, Tagungsdokumentation
Entstehung
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Der Austausch wurde mit einer Abschlussreflexionsrunde abgerundet. Dabei wur­de der Workshop als ein Zwischenstopp und ein Raum beschrieben, in dem sich die Teilnehmenden über die Möglichkeiten, Barrieren und Bedarfe für persönliche Veränderungsprozesse sowie darauf aufbauend gesellschaftliche Transforma­tionsprozesse Gedanken machen und austauschen konnten. Der Workshop bot Impulse, besonders für den offen gebliebenen Teil zur praktischen Umsetzung von Zukunftsvisionen, den die Teilnehmenden künftig in unterschiedlichen Kontexten und Konstellationen ausarbeiten und weiterdenken können. Reflexionen und Empfehlungen zum WS-Prozess Reflexionen: - Überraschend nahmen an unserem Workshop größtenteils weiße Menschen teil, so dass die Option, nach dem ersten Austausch im Plenum zunächst in geschützt und getrennten Räumen(für BIPoC und weiße Personen) und im An­schluss wieder im gemischten Raum zu arbeiten, nicht realisiert werden konnte. - Auch der Versuch, optional ein rotierendes World-Café durchzuführen, konnte aufgrund der knappen Zeit, aber auch der Reihenfolge der zu besprechenden drei Themen(Ist-Zustand, Soll-Zustand/Visionen, Umsetzung/Praxis) nicht um­gesetzt werden. Folglich haben wir das World-Café an drei Thementischen ohne Rotation umsetzen können. - Insgesamt konnte trotz der Schwierigkeiten(Corona-Pandemie-Vorsichtmaß­nahmen, weiße Dominanz, wenig Zeit) der Workshop im Großen und Ganzen erfolgreich zum Abschluss gebracht werden. Empfehlungen aus der Reflexion für zukünftige Tagungen/Workshops: - Workshops sollten im Voraus bewusst so gestaltet und geplant werden, dass safer Empowerment- bzw. getrennte Powersharing-Räume bereits vor dem Workshop angekündigt und während des Workshops dann aktiv geschaffen werden. In anderen Worten ist es nicht nur wichtig, dass machtkritisch in ge­trennten und gemischten Räumen gearbeitet wird, sondern den Teilnehmer_in­nen dieses Konzept bereits vor dem Workshop transparent gemacht wird. Dabei muss die Teilnehmer_innen-Liste mit den jeweiligen Daten zu diesen(Person, soziale Positionierung, Profession, Tätigkeitsfeld, welches Interesse/Grund der Teilnahme) den Trainer_innen vorher bekannt sein. 112 5. Parallelworkshops - Für solche Begegnungs-, Austausch- und Arbeitsprozesse müssen bei maximal 15 Personen mindestens 3 Stunden eingeplant werden. - Eine Alternative zur World-Café-Methode wäre für einen intensiveren Gruppen­arbeitsprozess auch bei Tagungen zum Beispiel, einen ganzen Tag lang mit der Open Space-Methode Foren für Austausch, Diskussionen und Vernetzungen in großen Gruppen zu schaffen. 113