Buch 
Brücken bauen für eine starke Demokratie : aufsuchende politische Bildung in der Friedrich-Ebert-Stiftung : Abschlussbericht
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

Menschen in der ihnen vertrauten Umgebung zu erreichen, also dort, wo sie leben und arbeiten, wo sich aber auch ihre Probleme am ­deutlichsten zeigen. Der Anspruch der FES ist zugleich, auch die an­deren Distanzen zu überwinden, indem z. B. die Ansprache an die Zielgruppen, das eigene Auftreten als Veranstalter:in sowie die Aus­gestaltung der Räume und Kommunikationsmittel so angepasst werden, dass sich die Menschen willkommen und respektiert fühlen. Ausgehend von Themen der alltäglichen Lebenswelt der Menschen werden methodisch vielfältige, niedrigschwellige und hürdenfreie For­mate zu gesellschaftlichen und politischen Fragen entwickelt, wel‑ che für die Menschen von konkretem Interesse sind. Entscheidend ist, dass die Teilnehmenden die Relevanz politischer Fragen und Ent­scheidungen für ihren eigenen Alltag erkennen, darüber informiert wer‑ den, welche politischen Beteiligungswege ihnen offenstehen, und sich ermutigt fühlen, selbst aktiv für die eigenen Interessen einzutre­ten. Damit sollen Menschen(wieder) für Demokratie begeistert werden. Das Projekt hat das Ziel, aufsuchende Formate und Methoden auszu­probieren, Erfahrungen zu sammeln und Erkenntnisse zu gewinnen, um der FES Empfehlungen auszusprechen, wie der aufsuchende An­satz in die politische Bildungsarbeit einfließen kann. 2.3 Zielgruppen Die aufsuchenden Formate sprechen Zielgruppen an, zu denen die FES nicht mehr oder nur noch schwer Zugang findet, weil sie Angebote der FES nicht wahrnehmen können oder aus Enttäuschung gegenüber dem politischen Feld und aufgrund von Misstrauen gegenüber poli­tisch Handelnden nicht wahrnehmen wollen. Das Projekt sucht über jene Zielgruppen, die der FES eng verbunden und gesellschaftspoli­tisch aktiv sind, hinaus den Dialog mit Menschen, in deren Lebensum­feld keine Informations- und Bildungsangebote vorhanden sind, die sozio-ökonomisch benachteiligt sind und deren Fragen und Sorgen kaum Gehör finden, aber auch Menschen mit Migrationsbiografie, für die die FES bislang wenig geeignete Formate entwickelt hat, und nicht zuletzt Menschen, deren Vertrauen in die Demokratie und ihre Institutionen erschüttert ist. Die Aufsuchende politische Bildung schließt niemanden aus. Vor allem entwirft sie Settings, in denen die FES weniger als Sender von Informationen oder als(be)lehrende Au­torität auftritt, sondern selbst zuhört, lernt und sich reflektiert. 6 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V.