B. Handlungsempfehlungen anhand der fünf Dimensionen von Aufsuchender politischer Bildung B 1. Geeignete Orte → Benötigt das Format einen Rahmen, in dem sich Teilnehmende von Beginn an sicher fühlen, sollten vertraute Orte gewählt werden. Geht es darum, herauszufordern und neue Rollen auszutesten, kann auch ein Ortswechsel Sinn machen. Hier ist ein klar transparentes Regelset umso wichtiger, um dennoch einen sicheren Rahmen zu gewährleisten. → Bei der Wahl des Ortes oder des Raumes sind es oft die Brückenpartner:innen, die vor Ort helfen oder selbst einen Raum anbieten können. → Um die immer wieder angeführte Augenhöhe zwischen allen Beteiligten im Raum zu gewährleisten, sind Podien, Pulte und alle segregierenden Settings zu vermeiden. Teil der Methodik kann auch die„Aneignung“ der Räume durch die Teilnehmenden sein, etwa die gemeinsame Gestaltung und Einrichtung eines Raums bzw. des Settings einer Veranstaltung. B 2. Geeignete Themen → Inhalte sollten nach Möglichkeit niedrigschwellig und/oder im Idealfall zusätzlich in der Muttersprache der Teilnehmenden bzw. in Leichter Sprache* kommuniziert werden, damit Sprache nicht zur Barriere wird. Akteur:innen der Aufsuchenden politische Bildung vor Ort sollten ihr Vokabular im Vorfeld kritisch hinterfragen. Im politischen Diskurs gebräuchliche Schlagworte sind in Formaten der Aufsuchenden politischen Bildung meist fehl am Platz. Besser geeignet sind Analogien aus der Lebenswelt der Teilnehmenden, Metaphern und möglichst greifbare Visualisierungen. Hilfreicher, als Teilnehmende zu belehren oder zu unterrichten, ist es, offene Fragen zu stellen. Ein ehrliches Interesse an den Sichtweisen der Teilnehmenden ist Voraussetzung dafür, dass ein Gespräch entstehen kann. → Um über die Methoden des Formats hinaus eigene Bedürfnisse im Feld von Beteiligung ansprechen zu können, ist ein Grundverständnis über eigene Rechte und Pflichten sowie Partizipationsmöglichkeiten notwendig. Es kann nicht vorausgesetzt werden, dass die Teilnehmenden sich ihrer Möglichkeiten umfassend bewusst sind. Dies stellt die FES vor eine Herausforderung: Aufsuchende Formate sollten über einen reinen Informationscharakter hinausgehen, dennoch brauchen die Teilnehmenden ein Grundverständnis darüber, * im Text mit(*) gekennzeichnete Begriffe werden im Glossar(zu finden im Anhang) näher erläutert. B. Dimensionen Raum und Rahmen Auf Augenhöhe bleiben Barrieren vermeiden, Lebenswelt und Sprache beachten Beteiligung anbieten Brücken bauen für eine starke Demokratie 29
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Brücken bauen für eine starke Demokratie : aufsuchende politische Bildung in der Friedrich-Ebert-Stiftung : Abschlussbericht
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