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Der rumänische Verteidigungssektor: industrielle Kapazitäten, fiskalische Herausforderungen und Potenzial für europäische Zusammenarbeit
Entstehung
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digung(ARCTIS: Agenției Române de Cooperare Tehnologică și Industrială pentru Securitate și Apărare) ab, solide Pläne für die industrielle Zusammenarbeit in Groß ­aufträgen auszuhandeln und durchzusetzen. Die Geschichte bürokratischer Verzögerungen und annullierter Ausschreibungen(zum Beispiel das Programm für multifunktionale Korvetten, bei dem Missverständnisse zwischen dem französischen Schiffsbaukonzern Naval Group und der Werft von Konstanza( Șantierul Naval Constanța) dazu führten, dass der Vertrag nicht unterzeich ­net wurde(Overt Defence 2023; The Defence Post 2023)) deutet darauf hin, dass die Beschaffung von Verteidigungs­gütern nach wie vor ein risikoreicher und wenig effizienter Prozess ist, der potenzielle Industriepartner abschrecken kann(IRIS 2024). 4. Der Weg in die Zukunft: Integrierte euro­päische Zusammenarbeit Der effektivste Weg für Rumänien besteht darin, seine Ver­teidigungsindustrie in die europäischen Lieferketten zu in­tegrieren und externe Partnerschaften zur Bewältigung in ­terner Herausforderungen zu nutzen. Indem es sich als zu­verlässiger und kosteneffizienter Partner für Produktion, Montage und Support etabliert, kann Rumänien die Tech­nologie, das Kapital und das Management-Know-how an­ziehen, die es braucht, um seine verteidigungstechnologi­sche und-industrielle Basis(DTIB) neu zu beleben, seine militärischen Fähigkeiten zu verbessern und einen bedeu­tenden Beitrag zur kollektiven Sicherheit Europas zu leis­ten. Zur Umsetzung dieser Strategie sollte ein klarer Fahr­plan entwickelt werden, der sich auf konkrete Optionen mit hohem Potenzial konzentriert, die auf der Grundlage ihrer strategischen Auswirkungen und ihrer Durchführbarkeit zu priorisieren sind. Eine wichtige Priorität ist die Behebung des kriti­schen Munitionsmangels in Europa. Hier bietet sich eine kurzfristige und wirkungsvolle Möglichkeit, eine gemeinsa­me Produktion von 155-mm-Artilleriegeschossen aufzubau ­en und dabei die bestehende industrielle Infrastruktur zu nutzen. Diese Initiative steht im Einklang mit den wichtigs­ten nationalen Prioritäten und den verfügbaren EU-Finan­zierungsmechanismen. Darüber hinaus besteht mittelfristig die strategische Notwendigkeit, die größte Schwachstelle der rumänischen Industrie zu beseitigen: die fehlende einheimische Produk­tion von Treib- und Sprengstoffen. Um eine vollständig souveräne Munitionsversorgungskette zu gewährleisten, ist die Errichtung einer neuen Großanlage für Treibladungspul ­ver im Rahmen strategischer Partnerschaften unabdingbar, ein Vorhaben, das starke politische Unterstützung genießt. Im Bereich der Landsysteme sollte der Schwerpunkt auf der Schaffung hochwertiger regionaler Wartungs-, Reparatur- und Instandsetzungszentren(MRO) liegen. Mit der nationalen Beschaffung neuer Kampfpanzer und der zunehmenden Zahl dieser Plattformen in der Region ist die Einrichtung eines regionalen MRO- und Modernisierungs­zentrums für schwere Panzer mittelfristig zu einer strategi­schen Notwendigkeit geworden. Darüber hinaus bestehen ähnliche Optionen für Langstreckenartillerie. Die Einrich­tung eines regionalen Unterstützungszentrums für Rake­tenartilleriesysteme würde nicht nur die nationalen Batail­lone unterstützen, sondern auch den nahen Verbündeten dienen und eine wichtige Hightech-Unterstützungseinrich­tung schaffen. Neben der Wartung gibt es mittelfristig auch die Möglichkeit, wieder in die Produktion von Landsystemen einzusteigen. Dazu gehört die Lizenzproduktion von Schlüsselkomponenten für moderne europäische Schützen­panzer, die die Notfallkapazität der europäischen Partner erhöhen und gleichzeitig einen bedeutenden Technologie­und Kompetenztransfer ermöglichen würde. Darüber hin­aus kann Rumänien seine Erfahrungen mit alten Flugab­wehrsystemen nutzen und eine entscheidende Fähigkeits­lücke der NATO schließen, indem es seine Produktion von Kurzstrecken-Luftabwehrsystemen(SHORAD) moderni ­siert. Dies könnte möglicherweise die Lizenzfertigung neu­er Systeme oder ihrer Komponenten beinhalten. Die Sektoren Luft- und Raumfahrt und Marine bie­ten besondere Möglichkeiten für eine groß angelegte Ent ­wicklung. In der Luft- und Raumfahrt bildet eine nationale, auch im internationalen Maßstab hervorragende Einrich ­tung den Grundstein für eine kurzfristige Erweiterung zu einem regionalen Zentrum für Wartung, Reparatur und Instandsetzung(MRO) der F-16-Flotten. Diese Entwicklung verbessert nicht nur die nationalen Fähigkeiten, sondern verwandelt sie auch in einen strategischen Vorteil für das Bündnis, indem sie die wachsende Zahl von Betreibern in Mittel- und Osteuropa unterstützt und die Vorwärtsvertei­digung der NATO stärkt. Im Marinesektor bietet die Beteiligung Rumäniens am europäischen Patrouillenkorvetten-Projekt PESCO in Verbindung mit der dringenden Notwendigkeit, die eigene veraltete Flotte zu ersetzen, langfristig eine bedeutende Chance. Die nationalen Werften verfügen über die moder­ne Infrastruktur, die erforderlich ist, um einen wirksamen Beitrag zu diesem großen europäischen Programm zu leis ­ten, insbesondere im Bereich des Rumpfbaus. Dieses Potenzial wird durch die europäische Initiative zur Einrich­tung eines regionalen Zentrums für maritime Sicherheit am Schwarzen Meer, für das sich Rumänien als Sitz beworben hat, noch verstärkt. Dieses Zentrum kann als zusätzlicher Katalysator für die Entwicklung des nationalen Marinesek­tors dienen. Künftiges Wachstum sollte der Zusammenarbeit Vorrang einräumen, indem es sich auf den Aufbau von Fähigkeiten in Sektoren mit hohem Potenzial und disrupti­ven Tendenzen konzentriert. Der nationale Erwerb moder­ner unbemannter Luftfahrzeugsysteme(UAV) wird die Grundlage für die mittelfristige Integration in europäische Drohnenprogramme bilden. Es wird erwartet, dass diese Programme die Herstellung von Komponenten, die Monta­ge und Wartung, Reparatur und Instandsetzung umfassen werden, was erhebliche Möglichkeiten für die Zusammen­arbeit mit wichtigen Partnern bietet. Gleichzeitig sollte eine langfristige Initiative darauf abzielen, ein Kompetenzzentrum für C4ISR(Command, Control, Communications, Computers, Intelligence, Surveil­Der rumänische Verteidigungssektor 7