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Migrationspolitische Narrative : was wirkt - und warum
Entstehung
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Ansatzpunkte für die Sozialdemokratie Migration ist ein konfliktives emotionalisierbares Thema, das politisch jederzeit negativ aufgeladen werden kann. Um diesem Druck standzuhalten, braucht es narrative Ressourcen, überzeugende Protagonist:innen und die Wahl des richtigen Zeitpunkts für die eigenen Botschaften. Diese wirken nicht nur im direkten Austausch mit Wähler:innen, sondern werden medial gefiltert. Dies erfordert eine überzeugende Kommunikationsstrategie. Aus den Gelingensbedingungen für wirkmächtige Narrative lässt sich Folgendes für den deutschen Kontext ableiten: 01 Teil der Lösung Wohlstand schaffen Jeder dritte Arbeitsplatz ist von Fach­kräftemangel betroffen. Künstliche In­telligenz wird auch zukünftig nicht alle Lücken schließen. Ob die Bäcke­rei im Ort oder das Pflegeheim be­setzt bleiben, hat direkte Folgen für unseren Alltag. Gerade in Zeiten des Strukturwandels braucht es eine Mig­rationspolitik, die Potenziale hebt, statt zu bremsen. 02 Vor Ort Aus Ankommen wird Teilhabe Deutschland hat eine aktive vielfälti­ge Zivilgesellschaft. Vereine, Initiati­ven und Diasporaorganisationen er­leichtern das Ankommen und profitie­ren selber, denn vielerorts fehlt der Nachwuchs. Auf kommunaler Ebene werden Teilhabe, Zusammenhalt und Vertrauen gestärkt. Erfolge werden dort sichtbar und aus einer Erzählung wird gelebte Praxis. 03 Gemeinsam stärker Bündnis für Zukunft Mittelstand, Forschung und Sozialver­sicherungen zeigen, wie sehr Arbeits­markt, Sozialkassen und Daseinsvor­sorge auf Einwanderung angewiesen sind. Es gilt, diese Stimmen zu ver­stärken. Dann sprechen nicht allein rechtliche Bedenken gegen Abschot­tung, sondern auch die wirtschaft­liche und gesellschaftliche Realität. Gemeinsam anpacken Zusammengehören Deutschland ist ein Land vielfältiger Herkünfte. Fast jede dritte Person hat heute eine Migrationsgeschichte bei Kindern und Jugendlichen ist es fast jede zweite. Migra­tion ist Teil unserer Erfolgsgeschichte und gehört zwin­gend zu einer progressiven Zukunftserzählung. Ihr Kern ist Arbeit: nicht nur als Produktionsfaktor, sondern als Quelle von Würde, Zugehörigkeit und Zusammenhalt. Das gilt für Erwerbsarbeit wie für Care- und Hausarbeit, für Menschen, die sofort einsteigen, wie für jene, die zu­nächst Unterstützung brauchen. Wer beiträgt, muss Strukturen finden, die das ermöglichen unabhängig von der Herkunft. In den Fokus gehören Fähigkeiten, nicht Defizite. Deshalb muss die Sozialdemokratie an der Seite arbeitender und sozial verwundbarer Menschen stehen und Versuchen widersprechen, sie gegeneinander auszuspielen. Wohnungsnot, Bildungsmisere und über­lastete Infrastruktur entstehen durch Investitionsdefizite, die zum Wohle aller beseitigt werden müssen. 16 Millionen Rückgang des Erwerbspersonen­potenzials bis 2060 ohne Zuwande­rung(IAB) 54 Prozent der angebotenen Ausbildungs­plätze in Kleinbetrieben bleiben unbesetzt(IAB) 104 Milliarden jährliche Entlastung öffentlicher Haushalte durch Migration (Werding) Informationen aus der Publikation Migrations­politische Narrative im Vergleich: Dänemark, Spanien und die Grenzen der Übertragbarkeit , Leon Schaller, Bonn 2026 collections.fes.de/publikationen/content/title­info/1975599 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. Abteilung Analyse, Planung und Beratung Ansprechperson: Annette Schlicht Referentin Migration und Integration annette.schlicht@fes.de, fes.de/apb +49 30 26935 8304