für Direktinvestitionen, die Ausgestaltung der internationalen Finanzarchitektur spielten eine erhebliche Rolle in den zahlreichen Treffen der Wirtschafts- und Finanzminister oder hohen Beamten der Ministerien. Zudem war ASEM II in London von der Finanz- und Währungskrise geprägt worden, die mehrere asiatische Staaten 1997 bis 1998 schwer erschüttert hatte. Eine zu starke Gewichtung der wirtschaftlichen Säule wird von den Mitgliedsländern nicht als ausreichend erachtet. Der ASEM-Gipfel in Seoul verabschiedete einen Asien-Europa-Kooperationsrahmen, welcher für die künftigen Jahre die Arbeitsthemen festlegt. • Deutlich erkennbar ist der Wunsch beziehungsweise die Bereitschaft der Mitglieder, den politischen Dialog auszubauen. Sicherheitspolitische Fragen wie Abrüstung und Nicht-Weiterverbreitung von Waffen, illegaler Waffenhandel sollen zukünftig im Rahmen der ASEM-Strukturen behandelt werden. • Der Dialog zu umweltpolitischen Themen soll intensiviert werden. • Trotz mancher deutlicher Unterschiede in der Interessenlage einigte man sich auf eine allgemeine Erklärung zur Unterstützung der Fortsetzung der Handelsliberalisierung, der weiteren Öffnung der Märkte für Direktinvestitionen und der Verbesserung der nationalen Bankensysteme. • Die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen der beiden Regionen soll intensiviert, die kulturellen Austauschbeziehungen sollen durch verschiedene Programme gefördert werden. Mit der Verabschiedung des Rahmenabkommens sind eine Vielzahl von Themen hinzugekommen, die im Rahmen der ASEM-Struktur aufgegriffen werden sollen. Diese thematische Erweiterung entsprach auch den Wünschen zahlreicher Interessengruppen. Die im Vorfeld von einigen Beobachtern angemahnte Beschränkung und Fokussierung hat sich nicht durchgesetzt. Eine kritische Bewertung bisheriger ASEM-Projekte(u.a. durchgeführt von der Asia-Europe-Foundation(ASEF) in Singapur oder im Rahmen des merkwürdigerweise von der Weltbank gemanagten ASEM-TrustFunds zeigt deutlich die Gefahren einer zu großen thematischen Breite ohne nachhaltige Wirkung der einzelnen Aktivitäten. Eine Evaluierung würde hier sicher Ansätze zur Verbesserung aufzeigen können. Eine soziale Säule wird gefordert Unter dem Dach des Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften und des Europäischen Gewerkschaftsbundes kamen europäische und asiatische Gewerkschaften zu einer eigenen ASEM-Konferenz zusammen und forderten die Einbeziehung von Arbeitnehmerrechten und Fragen der Beschäftigungspolitik in den Dialog der Regierungen. Sie forderten neben der wirtschaftlichen, der politischen und der kulturellen Säule die Etablierung eines viertes Standbeines: Eine soziale Säule soll den Dialog über soziale Fragen institutionalisieren. Auch Nichtregierungsorganisationen in einem von ihnen veranstalteten eigenen ASEMForum forderten in ihrer„People Vision“ die Schaffung eines„sozialen Forums“, um über soziale Herausforderungen zu reflektieren. Nichtregierungsorganisationen konnten erstmals in einem Zusammentreffen mit Vertretern der ASEM-Mitgliedsstaaten ihre Vorstellungen präsentieren. Sie fordern die Öffnung des ASEM-Prozesses für Inputs der Nichtregierungsorganisationen. Während die europäische Seite durchaus gesprächsbereit war, waren manche asiatischen Länder, die zuhause nur eine geringe Offenheit für Nichtregierungsorganisationen zeigen, zu Zugeständnissen nicht bereit. Erstmals trafen sich auch Parlamentarier aus Asien und Europa und forderten für das Jahr 2002 ein Treffen der Parlamentarier der ASEM-Mitgliedsländer. Treffen der Volksvertreter der Mitgliedsländer sollen zur Vertiefung des politischen Dialoges beitragen und die Legitimität und die Rückkoppelung der Dialoge in den nationalen Kontext stärken. Auch hat das Argument, das Treffen der hohen Beamten der Ministerien könne nicht wirklich als„politischer Dialog“ verstanden werden, durchaus Überzeugungskraft. Die Arbeitsfähigkeit erhalten Im ASEM-Rahmen muss verstärkt reflektiert werden, welche zusätzlichen Aufgaben ASEM übernimmt und an sich zieht. Manche Aufgaben werden bereits von anderen internationalen Organisationen wie WTO, IWF oder im Rahmen anderer Treffen wie etwa der ASE- 2-
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