Druckschrift 
Wohin treibt Argentinien? : Die Krise als Chance ; Internationales Seminar ; Friedrich-Ebert-Stiftung in Zusammenarbeit mit Institut für Iberoamerika-Kunde, Deutsches Institut für Entwicklungspolitik, 27. 2. 2002 in Bonn ; zusammenfassende Darstellung
Entstehung
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Wohin treibt Argentinien? Die Krise als Chance Argentinien durchlebt zur Zeit die schwerste Krise der vergangenen 50 Jahre. Die feste Anbindung des Peso an den US-Dollar(Konvertibilität) war seit 1991 das Kernstück desargentinischen Modells der wirt­schaftlichen Öffnung. Sie musste zum Jahreswechsel unter chaotischen Bedingungen aufgegeben werden, weil das Land in einem Teufelskreis aus wirtschaftlicher Rezession, sozialer Verelendung, staatlichen Haus­haltsdefiziten und Auslandsverschuldung gefangen war. Die Regierung unter Fernando de la Rúa hatte sich in den zwei Jahren zuvor als unfähig erwiesen, die notwendigen Reformen durchzusetzen. Als der Internationale Währungsfonds(IWF) im Dezember 2001 ent­schied, eine Kredittranche über 1,3 Milliarden Dollar nicht auszuzahlen, versetzte dies dem ãçÇÉäç=~êÖÉåíáåç den Todesstoß. Präsident de la Rúa trat unter dem Druck von Streiks, Massenprotesten und Plünderungen zurück, das Land bewegte sich tagelang am Rande der Anarchie. Drei Übergangspräsidenten gaben sich die Klinke zur`~ë~=oçë~Ç~, dem Prä­sidentenpalast in die Hand, bevor der Peronist Eduardo Duhalde zum Jahresbeginn das Amt übernahm. Er soll nun bis zum Ende der laufen­den Legislaturperiode im Dezember 2003 regieren. Jede Krise bietet die Chance zu einem Neuanfang. Vor einem solchen Neuanfang steht Argentinien heute. Eine Anpassung innerhalb der Pa­rameter des bestehenden Regimes ist vor allem deshalb nicht mehr mög­lich, weil die finanziellen Voraussetzungen hierfür nicht mehr gegeben sind. Argentinien sieht sich heute daher vor der Herausforderung, ÖäÉáÅÜJ òÉáíáÖ seine Wirtschaftspolitik neu definieren zu müssen und die tiefgrei­fenden Legitimitätsdefizite des politischen Systems zu überwinden dies vor dem Hintergrund eng begrenzter Handlungsspielräume nach außen und struktureller Reformblockaden im Inneren des politischen Systems. Die argentinische Krise war Gegenstand eines internationalen Seminars, zu dem die Friedrich-Ebert-Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Institut 3