15 setzt werden könnte, bereiste er in den 1830er Jahren Amerika und fand den Verein als wesentliches demokratisches Bindeglied zwischen Bürgerinteressen und Staatsgewalt. Auch im nichtdemokratischen Europa des 18. und 19. Jahrhunderts erhielten die Vereinsgründungen eine wachsende Bedeutung. Unter den gottgewollt aristokratischen Verhältnissen ging es dabei jedoch vor allem um zweierlei: lokale dÉëÉääáÖâÉáí und p~ÅÜJ çêáÉåíáÉêìåÖ. Die ÇÉãçâê~íáëÅÜÉ Dimension blieb demgegenüber noch weitgehend unbegriffen. Erst seit dem 20. Jahrhundert wird das Vereinswesen insbesondere in der Soziologie unter diesem Blickwinkel untersucht. Dabei geht es nicht zuletzt um die Frage, wieweit ein Verein ein Spiegelbild der Gesellschaft und insofern in demokratischen Gesellschaften eine Schule der Demokratie ist. Wenn in diesem Zusammenhang eine amerikanische Untersuchung aus den 1960er Jahren zu dem Ergebnis gekommen ist, Vereinsmitglieder seien die besseren Demokraten, 5 so kann es allerdings nicht verwundern, dass dieses Ergebnis heute„mehr als zweifelhaft“ 6 erscheint. Denn der Zusammenhang dürfte sich erst erschließen, wenn freiwilliges Engagement nicht schon per se mit„gelebter Demokratie“ in eins gesetzt wird, wenn es vielmehr mit einer ÇÉãçâê~íáëÅÜÉå£ÑÑÉåíäáÅÜâÉáí verbunden wird, etwa in der Form von Mitgliederversammlungen, Vorstandswahlen oder einer Vereinszeitung mit Diskussionsbeiträgen. 7 Wer den Verein und seine Demokratiepotenziale in einen notwendigen Zusammenhang mit dem Öffentlichkeitsbegriff bringt, muss allerdings auch daran erinnern, dass Öffentlichkeit nicht ohne ihre äçâ~äÉ= Basis in Form der dÉãÉáåÇÉ bzw. Kommune zu verstehen ist. Erst in diesem kleinräumigen Zusammenhang – wie er zum Beispiel in Goethes Weimar mit seinen 6.000 Einwohnern dereinst bestand oder heute in den Stadt5 Gabriel Almond/ Sidney Verba(Hrsg.), The Civic Culture: Political Attitudes and Democracy in Five Nations, Princeton 1963. 6 Annette Zimmer, Vereine – Basiselemente der Demokratie. Eine Analyse aus der Dritte-Sektor-Perspektive, Opladen 1996, S. 66. 7 Vgl. Helmut Richter, Zur Rückgewinnung kommunikativer Macht gegenüber einer gesteuerten Nachfrage, in: Franz Hamburger/ Hans-Uwe Otto(Hrsg.), Sozialpädagogik und Öffentlichkeit, Weinheim u. München 1999, S. 19-35.
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Solidarität im 21. Jahrhundert : die Familie - soziales Kapital einer menschenwürdigen Gesellschaft ; Dokumentation einer Konferenz der Friedrich-Ebert-Stiftung am 6. Juni 2002 in Bonn
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