menten der GAP und den betrieblichen Entwicklungschancen im Binnenmarkt verknüpft sind. Versuche, die budgetären Kosten der agrarpolitischen Integration nachhaltig zu reduzieren, können in der Abschätzung der erweiterungsbedingten Kosten und Nutzen für die EU-15 keine Rechtfertigung finden. 1.2.4 Produktionsquoten Die Kommission schlägt vor, dass Produktionsplafonds und Referenzerträge als Kriterium für Direktzahlungen an die Beitrittskandidaten mit der durchschnittlichen Produktion und Produktivität korrespondieren sollten, die diese Länder in den Jahren 1995- 1999 erzielt haben- als die landwirtschaftliche Produktion dieser Länder einen Niedergang erlebte, der mit den instabilen makroökonomischen Bedingungen verknüpft war. In jener Periode verfielen die Preisrelationen für die Landwirte sehr schnell, es kam zu größeren Schwankungen auf den wichtigsten Exportmärkten und man konnte auch einen unfairen Wettbewerb seitens der hochsubventionierten EU-15 Landwirtschaften feststellen. Man sollte nicht vergessen, dass die Festlegung zu niedriger Produktionsquoten dem zentralen Postulat des europäischen Landwirtschaftsmodells zuwiderlaufen. Die Produktionsintensität sollte in den EU-Regionen sinken, wo hohe Subventionen im Rahmen der GAP der einzige Grund für die gegenwärtige landwirtschaftliche Produktion sind. Produktionsbegrenzungen für Milch, Rinder, Zucker, Stärkezucker, Stärke und andere Produkte, die sich an dem vorgeschlagenen Niveau orientieren, würden eine weitere Reduktion der bereits sehr extensiven landwirtschaftlichen Produktion in Polen bedeuten. Beispielsweise ist die vorgeschlagene Milchquote von maximal 9 Mio. t um 30% niedriger als die gegenwärtige Produktion. Die polnischen Voraussetzungen für die Milch- und Rinderproduktion gehören zu den besten in Europa- die Fläche ständig nutzbaren Landes ist größer als 4 Mio. Hektar und ist vergleichbar mit der in Deutschland. Die Milchquote die für Polen vorgeschlagen wird, ist aber dreimal niedriger als die für Deutschland und mehr als 30% unter der für die Niederlande. Die Einführung solcher Quoten würde für die nahe Zukunft zwangsläufig den Import von Milch nach Polen bedeuten. Als sie die Produktionsquoten für Polen vorschlug, zog die Europäische Kommission nicht die sogenannten Basisinvestitionen in vielen Bereichen in Betracht, insbesondere bei Stärke, Zucker und Stärkezucker. Das Beispiel Stär20
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Wo stehen wir im Erweiterungsprozess? : Das Kapitel Landwirtschaft ; eine Veranstaltung der Erich-Brost-Stiftung in der Friedrich-Ebert-Stiftung am 29. April 2002, Berlin
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