etc.). Alle Vorbereitungen konzentrieren sich lediglich auf die finanzielle Abwicklung. zu 3.: Für viele ist der ökologische Landbau ein ideales Beispiel für eine nachhaltige ländliche Entwicklung. Er ist auch ein attraktives Modell für die polnische Landwirtschaft. Woran liegt es also, dass es bis heute nur rund 700 zertifizierte ökologische Landbaubetriebe in Polen gibt? Den ökologischen Landbau gibt es in Polen seit mehr als 10 Jahren. Nach einer dynamischen Entwicklung in der Anfangszeit, in der es keine politische Unterstützung gab, gibt es nun sehr viele Probleme. Nach einigen Jahren der Stagnation gab es kürzlich einige Fortschritte bei der Gesetzgebung und finanziellen Unterstützung der Betriebe; die Zahl der Betriebe beginnt nunmehr zu wachsen. Ohne deutliche politische Unterstützung werden diese Anreize allein aber keinen großen Effekt haben: Es gibt nicht genügend Informationen über Marktnachfrage, es fehlen Bedarfsanalysen; das Kontrollsystem ist nicht in der Lage, eine wachsende Zahl von Betrieben zu kontrollieren; es gibt kaum Beratungsstrukturen für die Bauern, die letztere informieren, wie sie eine Zertifizierung erreichen können. Sich nur auf einen gemeinnützigen Produzentenverband zu verlassen, wie es bisher der Fall ist, ist keine Lösung. Der ökologische Landbau benötigt finanzielle Unterstützung und politisches Engagement, um zu einer(über-) lebensfähigen Alternative für die Bauern zu werden und eine landwirtschaftliche Produktionsweise zu ermöglichen, die die Biodiversität unterstützt. 4.7.2 Einige Schlussfolgerungen zu Umwelt und Landwirtschaft Die Kommission und die Kandidatenländer hatten bereits zwei Jahre Zeit dafür, Erfahrungen bei der Vorbereitung von SAPARD zu sammeln. Gerade jetzt, und insbesondere in der Zweijahresperiode zwischen 2004, wenn die ersten Länder beitreten werden, und 2006, wenn die GAP-Politik reformiert wird, ist es wichtig, dass neue Maßnahmen und Ansätze erprobt werden, die Gelegenheit geben, Umweltbelange in die Landwirtschaft zu integrieren. Hierzu wird mehr Nachdruck auf die Agrar-Umweltprogramme zu legen sein, und innovative Ansätze sollten eine nachhaltige ländliche Entwicklung stärken. Die Kommission und die Kandidatenländer müssen mehr Verantwortung übernehmen, um die Beteiligung von Umweltorganisationen beim Monitoring der Umsetzung von SAPARD sicherzustellen. Es reicht nicht aus, Partizipation nur auf dem Papier zu garantieren: die neuen zivilgesellschaftlichen Strukturen in den Kandidatenländern haben noch keine lange Tradition und benötigen daher 72
Sammelwerk
Wo stehen wir im Erweiterungsprozess? : Das Kapitel Landwirtschaft ; eine Veranstaltung der Erich-Brost-Stiftung in der Friedrich-Ebert-Stiftung am 29. April 2002, Berlin
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten