FES- Analyse VR China – Partner Deutschlands Herausforderungen für die deutsch-chinesischen Beziehungen Jürgen Kahl Juli 2003 • Der rasant fortschreitende wirtschaftliche und gesellschaftliche Wandel in China, das wachsende ökonomische und politische Gewicht der Volksrepublik in der Welt und der Umbruch in den internationalen Beziehungen stellen auch die künftige Gestaltung des deutsch-chinesischen Verhältnisses vor neue Herausforderungen. Obwohl der Hinweis auf die Bedeutung Chinas zum außenpolitischen Standardrepertoire gehört, kommt die Auseinandersetzung mit der deutschen Chinapolitik mit den veränderten Bedingungen und der Weiterentwicklung der bilateralen Beziehungen selten über die Ebene parlamentarischer Ausschüsse und der Fachressorts hinaus. • Auf der politischen wie der wirtschaftlichen Führungsebene verfügt das deutsch-chinesische Verhältnis über ein solides Fundament an gegenseitigem Vertrauen und Wertschätzung. Entscheidend hat dazu die Kontinuität beigetragen, mit der Bundeskanzler Schröder nach dem Regierungswechsel von 1998 die Politik seines Vorgängers fortsetzte und die Pflege der Wirtschaftsbeziehungen zur Haupt- und Chefsache machte. Gleichzeitig hat die Bundesregierung die Systemreform in China, vor allem auf dem Gebiet der Rechtsentwicklung, zu einem Schwerpunkt der Zusammenarbeit gemacht. Dennoch bleibt Umgang mit dem Thema Menschenrechte problematisch. • Wie die Aufwärtsentwicklung im Handel und bei den deutschen Direktinvestitionen in China zeigt, ist die wirtschaftliche Zusammenarbeit die stärkste Klammer im bilateralen Verhältnis. Herausforderungen ergeben sich vor allem von zwei Seiten: durch die verschärfte internationale Konkurrenz um den chinesischen Markt im Gefolge des WTO-Beitritts der Volksrepublik; und durch die Erwartungen chinesischer Unternehmen, von ihren deutschen Partnern stärker als bisher auch an Forschung und Entwicklung beteiligt zu werden. • Der größte Nachhol- und Erneuerungsbedarf besteht bei der Zusammenarbeit in Bildung und Wissenschaft. Auf diesem Feld ist es bisher nur bedingt gelungen, die Kooperation strukturell und inhaltlich an das erhöhte Niveau chinesischer Leistungsfähigkeit und die neue Qualität in den Ansprüchen anzupassen. Vor allem bei dem Wettbewerb, die besten Köpfe für Studium oder Forschung ins Land zu holen, schneidet Deutschland gegenüber den angelsächsischen Ländern unverhältnismäßig schlecht ab. Herausgeber: Albrecht Koschützke, Redaktion: Karen Ziemek, Stabsabteilung der Friedrich-Ebert-Stiftung, 53170 Bonn, Tel.: 0228-883 213, Fax: 883432, email: albrecht.koschuetzke@fes. de
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VR China - Partner Deutschlands : Herausforderungen für die deutsch-chinesischen Beziehungen
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