Anforderungen an ein nachhaltiges Energiesystem für Deutschland 2.1.4 Verkehr 2.1.4.1 Maßnahmenbegründung Verkehr ist für einen leistungsfähigen Wirtschaftsstandort und einen attraktiven Lebensraum von Größe und geographischer Lage Deutschlands essentiell. Naturgemäß kann dies allerdings nicht für jede Verkehrsaktivität gleichermaßen gelten. Eine Umkehrung der Logik wäre es insbesondere, aus dem Verkehrsumfang auf die Wirtschaftsleistung und die Lebensqualität zu schließen, und in der Folge Verkehr generell zu fördern: Verkehr ist im wesentlichen eine Aufwandsgröße, und es würde fehlerhaft gerechnet, wenn man den Aufwand anstelle des Ertrages als Leistung in die Bücher aufnimmt. Entsprechend der großen Bedeutung des Verkehrssektors wirken sich auch die Fortschritte bzw. Fehlentwicklungen in diesem Sektor in sinkenden bzw. steigenden externen Kosten aus(vergl. Enquete-Kommission 2002). In einigen Bereichen erscheinen die Grenzen der Belastbarkeit durch Verkehr erreicht, in manchen Fällen erscheint der Nutzen durch den Verkehr in keinem ökonomisch vertretbaren Verhältnis zu stehen zu dem Schaden(externen Kosten), den er anrichtet. In einem zukunftsfähigen Deutschland kann der Verkehr zugleich kostengünstiger, effizienter und belastungsärmer werden. Damit die erforderliche Umsteuerung sozial und wirtschaftlich verträglich ist, muss sie langfristig berechenbar gestaltet und kontinuierlich fortentwickelt und umgesetzt werden. Das notwendige Tempo wird dabei von den ökologischen Notwendigkeiten, aber auch durch die wirtschaftliche Belastbarkeit bestimmt: Gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen können nur Bestand haben, wenn sie sich innerhalb von ökologisch-ökonomischen Leitplanken bewegen. Die Globalisierung der Wirtschaft und der demographische Übergang erzeugen einen zusätzlichen Druck, die langfristig zwingenden Anpassungsprozesse schnell in Angriff zu nehmen und nicht aus den Augen zu verlieren. 2.1.4.2 Maßnahmenstrategie Ein zentrales Element der Umsteuerung ist eine Erhöhung der Kostenwahrheit durch eine schrittweise und planbare Kostenanlastung nach dem Verursacherprinzip. Es ist in volkswirtschaftlicher Hinsicht kontraproduktiv, wenn einzelne Sektoren von Wirtschaft und Gesellschaft Vorteile auf Kosten der Allgemeinheit und der künftigen Generationen realisieren. Die gegenwärtigen Formen der Schadens- und Kostenüberwälzung können dazu führen, dass Verhaltensformen und Wirtschaftsstrukturen sich entwickeln und gestützt werden, die schon auf mittlere Sicht den Standort Deutschland gefährden und langfristig nicht durchhaltbar sind. Insbesondere drei Verkehrsbereiche erzeugen Probleme, nämlich der Personenverkehr mit PKW, der Gütertransport mit LKW, sowie der Luftverkehr. Sie können bei weiter ungebremster Expansion in unterschiedlicher Weise die Zukunftsfähigkeit des Standorts Deutschland gefährden. Beim traditionell dominierenden PKW-Verkehr bewirken ein stagnierender Umfang und eine laufende langsame Effizienzerhöhung eine schrittweise geringfügige Verminderung des Energieverbrauchs und der Klimalasten; trotz geringer Absenkung der absoluten Lasten wird jedoch der Anteil des PKW-Verkehrs an den Lasten insgesamt eher noch ansteigen. Beim LKW-Verkehr sind die Effizienzverbesserungen 49
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Anforderungen an ein nachhaltiges Energiesystem für Deutschland : Studie im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung
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