Anforderungen an ein nachhaltiges Energiesystem für Deutschland schwächer als im PKW-Verkehr und reichen nicht aus, die Belastungserhöhungen aus dem weiterhin steigenden Verkehrsumfang aufzufangen; ohne Korrekturen ist hier also von absolut und relativ steigenden Lasten auszugehen. Beim Luftverkehr wird- unabhängig von der gegenwärtigen Schwächeperiode- allgemein mit den höchsten Zuwachsraten gerechnet, die deutlich hinter den erzielbaren Effizienzverbesserungen zurückbleiben. Die bereits jetzt nicht vernachlässigbaren Belastungen aus dem Luftverkehr werden sich deshalb zunehmend in den Vordergrund schieben. Im Personenverkehr können als grundsätzliche Lösungsansätze verfolgt werden verkehrsvermeidende Planungen, Förderung von Verkehrsverlagerung von ungünstigeren zu günstigeren Verkehrsträgern, technische Optimierungen an den Fahrzeugen und im Verkehrsablauf, sowie Optimierung des Fahrverhaltens. Im Güterverkehr kommt der Dematerialisierung der Wirtschaft das größte Gewicht zu, mit erhöhter Materialeffizienz und mit gestärkten regionalen Wirtschaftskreisläufen. 2.1.4.3 Maßnahmenkatalog Angesichts knapper werdender Ressourcen und verschärfter Wettbewerbslagen, der ökologischen Grenzen und demographischen Aussichten müssen die Entwicklung der Siedlungsstruktur und der Städtebau auf eine neue Grundlage gestellt werden: Es kann nicht vernünftig sein, die bisherigen Zersiedelungstendenzen fortzusetzen und die traditionelle Vorratsplanung für neue Siedlungsflächen aufrecht zu halten. Vielmehr sind die Rahmenbedingungen für die Planung so zu gestalten, dass ein funktionales Geflecht unterschiedlich großer Siedlungen unterstützt wird, die dabei jedoch in jedem Fall auch nach innen eine effiziente Funktionsabwicklung ermöglichen, bei Ver- und Entsorgung, insbesondere aber auch in verkehrlicher Hinsicht. Die Herstellung energie- und verkehrssparsamer Siedlungsstrukturen schließt naturgemäß die Abschaffung kontraproduktiver Subventions- und Baurechtstatbestände ein. Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung haben sich z.B. im Bundesland Nordrhein-Westfalen in der Vergangenheit bewährt. Sie ermöglichen eine Erhöhung der Lebensqualität bei gleichzeitiger Absenkung der Umweltbelastungen. Im Vergleich zu den anfänglichen wirtschaftlichen Bedenken des städtischen Einzelhandels wäre die Skepsis bei der Wirtschaft heute sicher größer, wollte man die Entwicklung wieder rückgängig machen. Gerade im Zusammenhang mit der Veränderung der Altersstruktur ist eine weitere Ausweitung der Verkehrsberuhigung aus sozialen Gründen angezeigt, wie auch die damit erreichbaren Zielbeiträge zur ökologischen Entlastung erwünscht sind. Die Fortentwicklung des systematisch abgestimmten ÖPNV stellt eine weitere Säule in der Strategie dar, den Energieverbrauch des Verkehrs zu reduzieren. Dieses strategische Element kann insbesondere zusammen mit einer geeigneten Entwicklung der Siedlungsstruktur seine volle Wirksamkeit entfalten. Die ökologischen Vorteile von absoluten Tempolimits auch auf Autobahnen können nicht mehr ernsthaft bestritten werden. Neben den unmittelbaren Minderungen von Energieverbrauch und CO 2 -Emissionen durch die Tempoabsenkungen und die Vergleichmäßigung des Verkehrflusses sind dabei die noch größeren Effekte zu berücksichtigen, die sich ergeben, wenn die Fahrzeuge auf eine geringere Höchstgeschwindigkeit hin konstruiert werden. Die aktuelle Entwicklung in der Automobilindustrie geht im Gegensatz dazu 50
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Anforderungen an ein nachhaltiges Energiesystem für Deutschland : Studie im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung
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