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Deutschland im internationalen Bildungswettbewerb : Berliner Forum Wissenschaft und Innovation ; Konferenz der Friedrich-Ebert-Stiftung, 12. Dezember 2001
Entstehung
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Deutschland im internationalen Bildungswettbewerb venten führt, sondern dass es zahlreiche Fla­schenhälse gibt, von denen die meisten auch an anderen Hochschulen bekannt sind. Will man zum Beispiel, dass eine individuelle Prüfung von einer halben Stunde als Abschlussprüfung von einem Professor abgehalten wird, dann lässt sich der Flaschenhals ganz leicht berech­nen. Auch traditionelle Universitäten haben schon in den sechziger Jahren Maßnahmen wie Gruppenprüfungen eingeführt, um diesem Flaschenhals zu begegnen. Technische Grenzen Genauso wie es zeitlich einfach zu berechnende Faktoren der Begrenzung von Fernstudium auf Seiten der anbietenden Hochschule gibt, exis­tieren technisch limitierende Faktoren: Die Um­laufzeiten per Post sind nicht beliebig zu ver­kürzen, tendenziell auch nicht die Umlaufzei­ten von E-mail etc. Zwar könnte man Grenz­werte der Reaktivität des Systems berechnen (angelehnt z.B. an die durchschnittliche Lese­und Schreibgeschwindigkeit von wissenschaft­lichem Personal). Es wäre denkbar, arbeits­rechtlich wirksame Vereinbarungen über Bild­schirmarbeitszeiten, Verfügbarkeit geeigneter Räumlichkeiten für Seminare, Tutorengruppen, Prüfungen etc zu treffen. Weiterhin könnte man Überlegungen anstellen, Studienzentren an der Nachfrage zu orientieren und dort auf Grenzen ausländischer Kooperanten zu stoßen(auch schon Grenzen, die im föderalen Bildungssys­tem liegen: Z.B. Nebentätigkeitsverordnungen der Länder). Didaktische Grenzen Diese Grenzen sind das eigentlich Spezifische für die organisatorische Form eines Hochschul­fernstudiums inhaltliche Grenzen Zwei Flaschenhälse sind hier zu erwähnen. Der Eingangs-Flaschenhals einer normalen Hoch­schulzugangsberechtigung: Hier konnte die Fern-Universität sich durch zwei Maßnahmen profilieren, was sie auch in unterschiedlicher Weise getan hat. Zwar mussten nachfragende Interessenten ohne Hochschulzugangsberechti­gung immer auf den Status des Gasthörers verwiesen werden, da dieser Status aber auch mit erheblich weniger Verwaltungsaufwand seitens der Interessenten verbunden ist, hat er sich in all den Jahren großer Beliebtheit erfreut. Die meisten der Gasthörer hatten ohnehin eine, wenn auch alte, Hochschulzugangsberechti­gung. Aber auch jüngere Interessenten ohne Abitur wurden bisher bedient, wenn sie die Fachhochschulreife vorweisen konnten. Sie durften wegen des Gesamthochschul-Status der Fern-Universität immatrikuliert werden und nach erfolgreicher Absolvierung von Brücken­kursen ein Voll-Studium durchführen. Dieser Flaschenhals zu Beginn eines Studiums war aber bisher eher künstlich: Orientiert an den Zugangsbestimmungen aller Hochschulen, wollte die Fern-Universität nicht aus der Reihe tanzen und machte diese regulierende Kompo­nente des Hochschulsystems mit. Außerdem besteht auch seit einiger Zeit die Möglichkeit einer Einstufungsprüfung, von der an der Fern­Universität wahrscheinlich mehr Gebrauch gemacht wird als an anderen Hochschulen. Förderlich war, dass der Status des Gasthörers mit wenig Aufwand zu erhalten war: Würde das Teilzeit- und Vollzeitstudium in Zukunft auch noch preisgünstiger liegen als das Gasthö­rerstudium, dann könnte man erwarten, dass ein neuer Flaschenhals bei der Zulassung er­zeugt würde. Inhaltlich bedeutet dies Differenzierung nach Eingangsvoraussetzungen. Mit inhaltlichen Grenzen sind aber nicht nur die Adressaten des Fernstudiums gemeint, sondern auch die Bandbreite der Fächer: Weit davon entfernt, eineUniversität im traditio­nellen Sinne zu sein, bietet die Fern-Universität nur eine kleine Auswahl an möglichen Fächern an. Dafür ist andererseits die Zahl der angebo­tenen Kurse enorm. Der Umfang des Vorle­sungsverzeichnisses kann sich durchaus mit dem anderer Hochschulen, die erheblich mehr Fächer haben, messen. Nur, es gibt, sobald Betreuung und Prüfung nachgefragt wird, in­haltliche Grenzen: Wie viele Kurse kann ein Kursbetreuer betreuen? Lernzielgrenzen In den Anfängen der Fernstudiendiskussion in Deutschland konnte man immer wieder hören, dass bestimmte Lernzielgruppen schlecht oder gar nicht per Fernstudium abzudecken seien. Dieser Vorstellung konnte durch mehrere Ar­gumente entgegengetreten werden: Einerseits gibt es z.B. im medizinischen Bereich im Ausland viele Fernstudienangebote, ande­rerseits hat man schon recht früh Labor-Kits etc. entwickelt, womit eigene Experimente durchge­führt werden konnten. Dieser Flaschenhals von bestimmten Vorurteilen existiert weiter, viele Hochschullehrer würden es auch heute noch 63