Juni 2007 „Halbzeit“ der Regierung Susilo Bambang Yudhoyono: Die Fortschritte sind beachtlich, die Probleme aber auch.... Erwin Schweisshelm, FES Jakarta • Die Zustimmung zur Politik Susilo Bambang Yudhoyonos ist deutlich gesunken. Bei Meinungsumfragen im März lag die Zustimmungsrate zu seiner Politik nur noch bei 49%, nach seinem Amtsantritt Ende 2004 hatte sie bei 80% gelegen. • Die ökonomische Bilanz ist gut, dennoch profitieren die Armen nicht von diesem Aufschwung. Die Zahl der absolut Armen nach der Definition der Weltbank ist auf 39 Mio. gestiegen. Und auch die Mittelschicht„fühlt“ den Aufschwung nicht. • Der Aufgalopp für die Wahlen 2009 begonnen hat. Im Moment zeichnen sich noch keine ernsthaften Alternativen für SBY ab, denn Vizepräsident Jussuf Kalla besitzt zwar große politische Macht, aber als Nicht-Javaner hat er wohl keine Chance auf das Präsidentenamt. SBYs eigene Democrat Party(PD) hat nur 9% der Stimmen im Parlament, der Präsident ist auf Koalitionspartner angewiesen. Der größte ist die GOLKAR Partei mit 22% der Sitze, deren Chef Kalla ist. • Problemfelder der gegenwärtigen Politik sind: die Kluft zwischen Arm und Reich, Korruption und mangelnde Rechtstaatlichkeit, Umweltsünden, drohender radikaler Islam und ShariaGesetzgebung. Als positive Entwicklungen sind die Außenpolitik und die Fortschritte in Aceh zu bewerten. Im April 2007 feierten der indonesische Präsident Susilo Bambang Yudhoyono, in den Medien und von der Bevölkerung kurz SBY genannt, und sein Kabinett„Bergfest“. Die Hälfte der fünfjährigen Amtszeit war abgelaufen und die Blicke richten sich langsam, aber sicher auf die nächsten Parlaments- und Präsidentschaftswahlen im Jahre 2009. Die Medien und politischen Analysten nahmen dies zum Anlass, den Präsidenten und seine Arbeit zu bewerten. Die Kabinettsumbildung erfolgte dann vor dem Hintergrund eines enormen Popularitätsverlustes von Yudhoyono, zumindest in der Analyse der Meinungsforschungsinstitute. Im März lag die Zustimmungsrate zu seiner Politik nur noch bei 49%, nach seinem Amtsantritt Ende 2004 hatte sie bei 80% gelegen. Dabei ist zumindest die ökonomische Bilanz so schlecht nicht. Nach mageren Wachstumsraten in den vergangenen Jahren ging die Regierung bei der Verabschiedung des Budgets 2007 von einem Wirtschaftswachstum von 6.3% für 2007 aus, nachdem es in 2006 etwa 5.8% waren. Zwar ging das Exportvolumen zum Jahresende etwas zurück, es lag aber immer noch 16% über dem Vorjahrsniveau. Die Inflation ging deutlich zurück. Allerdings ist sie seit ihrem Tiefststand im November 2006 mittlerweile wieder auf 6,52% im März 2007 gestiegen. Aber wie in anderen Ländern auch, profitieren die Armen nicht von diesem Aufschwung. Die Zahl der absolut Armen nach der Definition der Weltbank ist auf 39 Mio. gestiegen, 17.75% der Bevölkerung. Sie leiden besonders unter den seit Ende 2006 enorm gestiegenen Reispreisen. Immerhin gibt die arme Bevölkerung auf dem Lande 35% ihres Einkommens für den Kauf von Reis aus. Da 19,2 Mio. arme Familien seit Ende 2006 auch keine direkten Subventionen mehr erhalten, ist ihre Situation um so gravierender. Auch die Mittelschicht„fühlt“ den Aufschwung nicht. Der Index für das Verbrauchervertrauen ist seit
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