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Planspiel Kommunalpolitik "Ohne Jugend ist kein Staat zu machen" : Schülerinnen und Schüler der Grund- und Hauptschule Östringen-Odenheim; Rheinwaldschule, Elchesheim-Illingen; Gustav-Heinemann-Schule, Rastatt
Entstehung
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Vorab Politikverdrossenheit, Desinteresse an politischen Themen und Passivität sind Begriffe, die im Zusam­menhang mit Jugendlichen gerne genannt werden. Aber vielleicht sind die Jugendlichen ja gar nicht so unpolitisch wie viele meinen, sondern sehen einfach zu wenige Gelegenheiten, sich sinnvoll einzu­bringen? Dabei sollte gerade die Jugend zum Erhalt einer lebendigen Demokratie an Politik herange­führt werden. Jugendliche sollten selbst erfahren, dass sie für die Demokratie von Bedeutung sind, dass sie eine Stimme haben und unmittelbar von politischen Entscheidungen betroffen sind. Dann merken sie, dass es sich lohnt mitzumischen. Das Planspiel KommunalpolitikOhne Jugend ist kein Staat zu machen hat zum Ziel, Jugendliche zum Mitdenken und Mitmachen zu motivieren. Entwickelt wurde das Planspiel Kommunalpolitik vom Büro Dresden der Friedrich-Ebert­Stiftung im Jahr 1998. Seit Herbst 2006 wird es auch in Baden-Württemberg durchgeführt. Zielgruppe sind vor allem Schülerinnen und Schüler der neunten Klasse von Haupt- und Realschulen. Beim Plan­spiel Kommunalpolitik schlüpfen Jugendliche in die Rolle von Stadt- bzw. Gemeinderäten und spielen selbst eine Gemeinderatssitzung unter Anleitung desechten(Ober)Bürgermeisters nach. Das heißt, sie machen selbst Politik, sind gefangen in äußeren Rahmenbedingungen, die freies Handeln erschwe­ren, müssen sich im Vorfeld innerhalb ihrer Fraktionen abstimmen und über Argumente diskutieren. Dabei erfahren sie spielerisch wie Kommunalpolitik funktioniert und in welcher Komplexität politi­sches Handeln verwoben ist. Im Ergebnis werden viele Denkmuster in Frage gestellt. Äußerungen der jugendlichen Räte z.B. bei der Diskussion über einen gewünschten Jugendclub wieDas habe ich mir einfacher vorgestellt oder Man muss ja viel mehr Sachen bedenken, als ich gedacht habe bis hin zuDas Projekt kann nicht funktionieren, auch wenn ein Jugendclub schön wäre, aber es ist einfach nicht finanzierbar, zeugen von einem differenzierteren Blick der Jugendlichen auf politische Realitäten. Vorurteile über das man­gelnde Interesse junger Menschen an demokratischen Entscheidungsprozessen wurden mit dem Plan­spiel widerlegt. Ganz im Gegenteil da es umProbleme vor der Haustür ging, waren die Jugendli­chen mit Eifer und Beharrlichkeit bei der Sache. Von den 36 Schülerinnen und Schülern der Rastatter Gustav-Heinemann-Schule etwa konnte sich vor dem Projekt eigentlich keiner vorstellen, sich in der Freizeit unentgeltlich für die Belange der Stadt einzusetzen. Nach dem Planspiel meinten neun von ihnen, sie würden sich in den Gemeinderat wählen lassen. Helmut Elischer Leiter Fritz-Erler-Forum Baden-Württemberg Dr. Christine Arbogast Projektleiterin Planspiel Kommunalpolitik Baden-Württemberg