75 Nicht nur das Niveau der Beschäftigung steigt erheblich, auch die Struktur der Beschäftigungsverhältnisse verbessert sich qualitativ erheblich. Während die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stark steigt(Schaubild 6), nimmt die Zahl der ausschließlich geringfügig Beschäftigten deutlich ab(Schaubild 7). Die Politiken des Szenarios A gehen also konform mit der Zielsetzung der Erhöhung des Anteils der„good jobs“ an der Gesamtbeschäftigung(in der weiten begrifflichen Fassung als sozialversicherungstechnisch abgesicherte Beschäftigungsverhältnisse). Die insgesamt deutlich verbesserte Beschäftigungssituation stärkt die Verhandlungsmacht der Gewerkschaften und ermöglicht die Durchsetzung von – im Vergleich zur Basislösung – deutlich höheren Lohnzuwächsen. In der Folge verändert sich die funktionale Primärverteilung zugunsten der Arbeitnehmereinkommen(vgl. Schaubild 8). Steigende Löhne in Verbindung mit steigenden an die Lohnentwicklung gekoppelten Sozialtransfers führen zugleich zu einer erheblichen Verbesserung der Verteilungsposition der unteren Einkommensquintile. Dies kommt in einer deutlichen Verbesserung des skalierten Herfindahlindex um 11,4 Punkte bis 2020 zum Ausdruck(vgl. Schaubild 9). Mit absolut ca. 67 Punkten ist die Verteilung in Szenario A jedoch noch weit von„schwedischen Verhältnissen“ entfernt. Da die Politiken des Szenarios A mit erheblichen Stundenproduktivitätszuwächsen verbunden sind(Schaubild 15 sowie Anhangtabelle II), fällt der insbesondere durch steigende Lohnkosten bedingte Anstieg der Konsumentenpreisinflationsrate gegenüber der Basislösung im Schnitt des Simulationszeitraumes mit rund 1 Prozentpunkt und einem Schnitt von 2,6 Prozent relativ moderat aus(vgl. Tabelle 3 und Schaubild 10). Mit der investiven Fiskalpolitik des Szenarios A sind brutto erhebliche Mehrausgaben verbunden; allein in den Jahren 2009 und 2010 werden vom Gesamtstaat brutto zusätzlich 39,1 Mrd.€ bzw. 60,9 Mrd.€ aufgewendet. Allerdings entstehen gleichzeitig auch erhebliche Mehreinnahmen insbesondere aufgrund des starken Beschäftigungsanstiegs, der Erhöhung des Anteils steuerlich ergiebiger Beschäftigungsverhältnisse und der deutlich steigenden Löhne bei unverändertem Einkommensteuertarif und damit relativ hoher„kalter Progression“.
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Szenarioanalyse zur Zukunft des sozialen Deutschland : Langfassung einer Studie eines Teams [...] Econometrics im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung
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