mit bestimmten Themen auseinandersetzen, und seiner Einschätzung bzw. Meinung zu diesen Themen. Ersteres wird dabei meistens sehr kompakt und präzise in wenigen Sätzen formuliert. Es wird eine zugängliche und einfache Sprache eingesetzt. Während die thematische Breite des Profils das Aufkommen von Diskussionen begünstigt, ist die Interaktion zwischen einzelnen Beiträgen stark schwankend. Während einzelne Beiträge überhaupt keine Reaktionen erhalten, entstehen in vereinzelten Fällen lange Diskussionen, die jedoch hauptsächlich unter den Besucher_innen des Profils ablaufen. Der Profilinhaber markiert nur sehr selten Reaktionen auf seine Beiträge mit einem„Gefällt mir“ und antwortet im Untersuchungszeitraum selektiv auf Kommentare. Insgesamt ist feststellbar, dass sich unter den Kommentierenden Personen finden, die dem Bürgermeister gegenüber positiv eingestellt zu sein scheinen. Kommt es zu Interaktionen bzw. wird er in einem Kommentar direkt angesprochen, kommuniziert der Bürgermeister höflich und bestimmt. Er nimmt die Punkte der Kommentierenden auf, lässt sich aber gleichzeitig nicht auf Endlosdiskussionen ein. 13 In manchen Fällen steigt er zu späteren Zeitpunkten wieder in den Austausch ein und bemüht sich auch immer wieder um Deeskalation und Sachlichkeit in der Diskussion. Gemeindegröße zwischen 2.000 und 5.000 Einwohner_innen 3.2.1 Bürgermeister C(U45) Obwohl wenige Beiträge veröffentlicht werden, ist die Gesamtzahl der Reaktionen relativ hoch, während recht wenig kommentiert wird. Insgesamt erscheint die Veröffentlichung von Beiträgen primär anlassbezogen und weniger strategisch geplant zu erfolgen. Monat Januar Februar März Beiträge 7 7 4 Reaktionen 488 259 196 Kommentare 15 7 11 Das Facebook-Profil wirkt sehr amtsbezogen. Der„Steckbrief“ enthält einen Verweis auf das Bürgermeisteramt, unter der Rubrik„Info“ werden persönliche Interessen nur sehr sporadisch dargestellt.„Freunde“ sind nicht direkt einsehbar. Profil- und Titelbild unterstreichen den repräsentativen Charakter des Facebook-Profils. Geteilte Bilder stammen überwiegend aus dem beruflichen Kontext bzw. zeigen Naturaufnahmen im Zusammenhang mit der Gemeinde. 13 Ein Nachteil dieser Strategie ist, dass sich die Kommentierenden wechselseitig hochschaukeln bzw. auf seiner Seite ihre eigene Diskussion führen. Dies ist allerdings insofern nicht weiter problematisch, als die Kommentarsektionen in Facebook bewusst durch andere Leser_innen geöffnet werden müssen. 13
Druckschrift
Wie Bürgermeister_innen Facebook nutzen : eine qualitative Analyse der Facebook-Profile baden-württembergischer Bürgermeister_innen
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