Newsletter Türkei Nr. 02 März 2006 Rückblick: Januar- Februar 2006 * Zypern-Initiative der Regierung * Außenpolitische Initiativen * Umfrage zu Parteienpräferenzen * Debatte zu Korruption und Transparenz * Kritik an Freilassung von Mehmet A. Agca * Menschenrechtsdebatte * Bau von Atomkraftwerken geplant * Menschenrechtssituation * Regionalentwicklung institutionalisiert Zypern-Initiative der Regierung Am 24. Januar stellte Außenminister Abdullah Gül der Öffentlichkeit eine neue Gesprächsinitiative zu Zypern vor. Gül schlug vor, dass die Türkei ihre Häfen und Flughäfen öffnen werde, wenn im Gegenzug Gleiches für Nord-Zypern gelte. NordZypern solle in die Zollunion der EU integriert werden sowie die Teilnahme an sport-lichen, kulturellen und sozialen Veranstaltungen ermöglicht werden. Eine Übereinkunft über diese Fragen soll in Gesprächen unter der Schirmherrschaft der UN gefunden werden, an denen Nord- und SüdZypern, Griechenland und die Türkei teilnehmen sollen. Der Vorschlag wurde von der zyprischen Regierung und von Griechenland zurückgewiesen. Demgegenüber erhielt er Unterstützung durch die EU-Kommission, Gross Britannien und die USA und einer Reihe weiterer Länder, die eine Wiederaufnahme der Gespräche zum nächstmöglichen Zeitpunkt befürworten und den UN-Generalsekretär dazu aufriefen, Sondierungsgespräche zu beginnen. Am 27. Februar, einen Tag bevor Tasos Papadopulos und Kofi Annan in Paris zusammentrafen, beschlossen die EU-Außenminister die Finanzhilfe in der Höhe von 139 Mio Euro für Nordzypern. Die Entscheidung über Handelserleichterungen für Nordzypern wurde vertagt. Als Ergebnis des Treffens in Paris wurde die Vorbereitung von weiteren Gesprächen angekündigt. Annan teilte mit, die Sondierungsgespräche mit den beteiligten Parteien fortzusetzen. Außenpolitische Initiativen Am 16. Februar traf eine Delegation der palästinensischen Hamas unter Führung des im Exil in Syrien lebenden Parteivorsitzenden Khaled Meschal in Ankara ein. Es war der erste Auslandsbesuch der Hamas nach dem Sieg bei den palästinensischen Wahlen vom 25. Januar. Ministerpräsident Tayyip Erdogan erklärte angesichts der harten Kritik aus Israel an dem Gesprächsangebot, man wolle durch Dialog zu einer Deeskalierung der Konflikte und einer Einbindung der Hamas beitragen. Bei dem Gespräch in Ankara seien die richtigen Botschaften- Gewaltverzicht, Anerkennung Israels und der bisher im Rahmen des Friedensplans getroffenen Vereinbarungen vermittelt worden. Bereits Ende Januar hatte Erdogan beim Weltwirtschaftsforum in Davos erklärt, dass die Hamas an der Macht einen Veränderungsprozess durchlaufen und zur politischen Mitte driften werde. Während die in Dänemark veröffentlichten Mohammed-Karikaturen weltweit auf Proteste von Muslimen stießen, haben der spanische Ministerpräsident José Luis Rodriguez Zapatero und der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdogan gemeinsam einen Aufruf zur Besonnenheit veröffentlicht. Die beiden Ministerpräsidenten sind Koordinatoren des UN-Projektes “Alliance of Civilizations”. Die türkische Regierung bemüht sich um ein baldiges Treffen europäischer und islamisch geprägter Staaten. Auch in der Türkei stießen die Karikaturen überwiegend auf Ablehnung, jedoch gab es keine gewalttätigen Proteste. Offen ist bisher, ob der Mord an einem italienischen Priester in Trabzon am 5. Februar im Zusammenhang mit den Protesten gegen die Mohammed-Karikaturen steht. Inhalt 1 Rückblick 4 FES-Aktivitäten EU-Agenda 5 Schwerpunkt: Frauen in der Türkei 8 Positionen und Standpunkte Friedrich-Ebert-Stiftung Cihannüma Mahallesi Mehmet Ali Bey Sk. 10/D5 34353 Besiktas-Istanbul Türkei Tel:+90 212 258 70 01 fesist@superonline.com www.festr.org Referat Westliche Industrieländer www.fes.de/international
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(2006) 02
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