46 I N T E R N AT I O N A L NATIONALE REALITÄTEN – EUROPÄISCHE STRATEGIEN Europas Leuchtkraft Frank-Walter Steinmeier warb in der von Matthias Platzeck moderierten Potsdamer Veranstaltung„Unser Soziales Europa“ für die Zusammenarbeit der Sozialdemokraten in der Mitte Europas von Polen bis Bulgarien. (Foto: Unger) Ohne Leidenschaft wird ein gemeinsames Europa nicht möglich sein, so die erste Erkenntnis der Konferenz„Unser Soziales Europa: Nationale Realitäten – Europäische Strategien“, die von der FES Anfang Oktober im Schloss Cecilienhof in Potsdam organisiert wurde. An der Veranstaltung nahmen u. a. Politikerinnen und Politiker aus Deutschland und aus Mittel- und Südosteuropa wie Frank-Walter Steinmeier, Hubertus Heil, Matthias Platzeck, Oliver Dulic(serbischer Umweltminister), Edi Rama (Bürgermeister von Tirana) und Meglena Plugtschieva (stellvertretende Ministerpräsidentin Bulgariens) teil. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier betonte, dass in einer „Zeit der Wende“ die EU ihre Stärke und„Leuchtkraft“ demonstrieren könne. Gerade jetzt müsse die Wirtschaft eine soziale und ökologische Dimension bekommen. Die Diskutanten waren sich abschließend einig, dass es keine europaweit einheitlichen Sozialsysteme geben könne. Vielmehr gehe es darum, grundlegende Bereiche der Sozialpolitik überall so auszugestalten, dass für alle Europäer ein würdiges Leben mit guter Arbeit und anständigem Lohn realisierbar sei. ERÖFFNUNGSREDE VON EU-KOMMISSIONSPRÄSIDENT BARROSO Europäisches Netzwerk Politischer Stiftungen Politische Stiftungen – nach dem deutschen Modell„close to but independent from political parties“ – spielen eine wesentliche Rolle bei der Umsetzung von Demokratieförderung, Entwicklungszusammenarbeit und politischem Dialog – Ziele, die sich die EU auf ihre außenpolitische Agenda schreibt. Zu diesem Fazit kam EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso bei seiner Eröffnungsrede anlässlich der offiziellen Vorstellung des„Europäischen Netzwerks Politischer Stiftungen(ENOP)“ am 13. November in Brüssel. Barroso hob die Rolle politischer Stiftungen weltweit bei Reform- und Demokratisierungsprozessen hervor und erinnerte an die beispielhafte Unterstützung der FES beim Übergang von Diktatur zu Demokratie in seinem Heimatland Portugal. ENOP wurde bereits 2006 als informelle, übergreifende Kooperationsstruktur politischer Stiftungen aus verschiedenen EU-Mitgliedstaaten gegründet. Ziel des Netzwerkes, das inzwischen über 50 politische Stiftungen aus über 20 EU-Mitgliedsländern umfasst und mit einem Sekretariat in Brüssel vertreten ist, ist es, einerseits die Kommunikation zwischen politischen Stiftungen und den EU-Institutionen zu verbessern und andererseits einen Informations- und Ausbildungsservice für seine Mitglieder zu bieten. Die Friedrich-Ebert-Stiftung ist Gründungsmitglied des Netzwerkes und durch ihr Europabüro in Brüssel im ENOPLenkungsausschuss vertreten. Manuel Barroso hob die Bedutung politischer Stiftungen bei Demokratisierungsprozessen hervor. FES I N F O 4/2008
Heft
(2008) 4
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