Schlaglicht Israel Nr. 1 5 Aktuelles aus israelischen Tageszeitungen 18. – 30. August 2007 1. Entschädigung von Opfern der Naziherrschaft durch die israelische Regierung Die geringen Renten der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus trieb die Menschen auf die Barrikaden. Bei einem Protestmarsch forderten die Demonstranten eine Verbesserung ihrer sozialen Lage. Die plötzliche Anteilnahme einiger israelischer Politiker und das Verhalten Olmerts sorgte unterdessen für Ärger. Bisher erhielten die vor 1953 nach Israel eingewanderten Holocaustüberlebenden eine monatliche Rente von 185 Euro und die aus Deutschland eingewanderten 428 Euro aus Deutschland. 160.000 Holocaustflüchtlingen, vor allem aus den GUS Staaten eingewandert, steht keine Rente zu, da diese, nach Meinung der israelischen Regierung, nicht vom Naziterror betroffen waren sondern“nur“ vor ihm flüchteten. Während die Holocaustüberlebenden eine Erhöhung ihrer Renten erringen konnten, steht eine Einigung über die Bezüge für Holocaustflüchtlinge weiter aus. Auf dem Rücken der Holocaustüberlebenden “Viele Leute sind auf den Karren der Kampagne der Holocaustüberlebenden aufgesprungen: PR-Leute, Geschäftsleute und vor allem Politiker. Viele Politiker und Öffentlichkeitsvertreter hatten es plötzlich eilig, sich an die Seite der Überlebenden zu stellen und ihren Kampf zu unterstützen, aber eine einfache Überprüfung ergibt, dass sich keiner die Mühe gemacht hat, ihnen zu helfen, als er eine Schlüsselposition in der Regierung inne hatte. Weder der ehemalige Finanzminister Netanjahu, der diese Woche die Demonstranten unterstützte, noch Shimon Peres, der sich diese Woche ebenfalls an ihre Seite stellte, jedoch in seinen zahlreichen Regierungsämtern nie etwas für sie getan hat.[...] Und warum hat niemand früher geholfen? Aus dem Umfeld Netanjahus, während dessen Amtszeit die Altersrenten gekürzt wurden und die jämmerliche Renten der Naziverfolgten unverändert blieben, kam folgende Erklärung:„Vor einigen Jahren gab es dafür kein Geld. Aber jetzt, nach dem Erfolg des Wirtschaftsprogramms Netanjahus gibt es Geld dafür“. Yuval Karni, JED 06.08.07 Wut über Olmerts Verhalten “Wer sich daran erinnert, dass Soldaten in einen blutigen Kampf geschickt wurden, nachdem bereits eine Übereinkunft über eine Feuerpause erzielt wurde, und 34 Soldaten diese Entscheidung mit ihrem Leben bezahlen mussten, der fällt auch nicht vom Stuhl, wenn er sieht, wie Olmert die Holocaustüberlebenden behandelt. Der mutige Soldat Olmert hat auch kein Erbarmen für diejenigen, die den Todeslagern entkommen konnten. ‚Sie übertreiben’, sagte er zynisch bei der Regierungssitzung. ‚Sie senken die Diskussion auf ein Niveau, das inakzeptabel ist’[...] Olmert kümmerte es nicht, dass er den Zorn der ganzen Bevölkerung auf sich zieht.[...] Er hatte auch überhaupt kein Problem damit, den Überlebenden 83 Schekel anzubieten.[...] Er bleibt derselbe grobe vulgäre Politiker, der kein Mitleid kennt, weder mit Soldaten, noch mit 80- und 90jährigen Holocaustüberlebenden. Olmert bleibt Olmert und die Öffentlichkeit hat die Nase voll von ihm.“ Mordechai Gilat, JED 20.08.07 Überlebende und Flüchtlinge “MK Ofir Pines(Avoda) nannte Anne Frank als Beispiel für 85.000 Holocaustflüchtlinge, die gemäß der Re-gierungsentscheidung keine Zahlungen erhalten werden. Holocaustüberlebende sind Personen, die unter der Naziherrschaft lebten. Holocaustflüchtlinge sind Personen, die vor den Nazis 1
Heft
(2007) 15
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