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(2008) 16. Die Arbeit der FES im Norden und Süden der Westbank
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Jerusalem im Mai 2008 Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde, Die FES Jerusalem verstärkt derzeit ihr Engagement in den Randgebieten der Palästinensischen Gebiete. Ramallah, ca. 10km nördlich von Jerusalem gelegen, ist das politische und kulturelle Zentrum der Palästinensischen Gebiete. Dort ist der Sitz der Palästinensischen Autonomiebehörde, des Palästinensischen Legislativrates und der meisten NGOs. Auch das kulturelle Angebot mit Kino, Theater und Cafés ist sehr groß. Die anderen Gebiete der West Bank werden dagegen häufig vergessen. Dort ist die Arbeitslosigkeit hoch und viele Bewohner von Jenin, Nablus oder Hebron zieht es nach Ramallah, um dort zu arbeiten und zu leben. Dieses Phänomen ist alsinterner Brain Drain bekannt und ist Gegenstand einer Studie, die die FES Jerusalem derzeit zusammen mit ihrem Partner MAS(Palestinian Economic Research Institute) durchführt. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken und die Peripherie zu stärken, arbeitet die FES zusammen mit ihren langjährigen Partnern auch in den Randgebieten der West Bank. So finden zahlreiche Projekte in den entfernteren Distrikten statt, und zu Diskussionen in Ramallah werden immer auch Vertreter aus dem Norden und Süden der West Bank eingeladen. Vergangene Woche konnte ich mir bei einem Besuch der Stadt Nablus persönlich ein Bild von der aktuellen Lage im Norden des Landes machen. Nablus liegt ca. 50 km nördlich von Ramallah. Umgeben von Bergen auf drei Seiten gibt es nur einen natürlichen Ausgang aus der Stadt. Dieser wird jedoch vomHawara­Checkpoint verschlossen, der seit Beginn der zweiten Intifada von der israelischen Armee kontrolliert wird. Dadurch wird die Bewegungsfreiheit der Bewohner von Nablus stark eingeschränkt. Insbesondere für Männer zwischen 18 und 35 ist das Verlassen der Stadt häufig wochenlang nicht möglich. In Nablus traf ich mit Professoren der Al-Najah Universität zusammen und diskutierte mit Studierenden die Auswirkungen der politischen Situation und Möglichkeiten zur Verbesserung der Lage. Besonders deutlich wurde hierbei die vorherrschende Perspektivlosigkeit unter den jungen Bewohnern der Stadt angesichts der hohen Arbeitslosigkeit und der andauernden israelischen Besatzung. Auch der Generalsekretär der SPD, Hubertus Heil, war während seines Besuches in den Palästinensischen Gebieten darauf bedacht, neben Ramallah auch andere Teile der West Bank zu besuchen. So traf er in Hebron mit Politikern der Fatah zusammen und diskutierte mit ihnen die Reformbemühungen der Fatah.