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(2010) 01. Gewaltloser Widerstand in Palästina
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01. 2010 EDITORIAL Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde der Friedrich-Ebert-Stiftung, die Zukunft von Friedensverhandlungen zwischen Israel und Palästinensern ist un­gewiss. Noch bis Anfang der Woche sah es so aus, als könne US-Sonderbeauftragter für den Nahost-Friedensprozess Mitchell in den nächsten vier Monatenproximity talks in Ramallah und Jerusalem führen. Ziel seiner Bemühungen ist die Wiederauf­nahme von direkten Verhandlungen vor Ablauf des begrenzten Baustopps in den Siedlungen des Westjordanlandes. Die Ankündigung weiteren Siedlungsbaus in Ost-Jerusalem während des Besuchs von US Vize-Präsident Joe Biden hat die Bemü­hungen Mitchells zunächst auf Eis gelegt: Die Palästinenser zogen ihre nur zögerlich und unter enormem internationalen Druck gegebene Einwilligung zu Michellspro­ximity talks zurück. Was bedeutet diese neuste Krise im Frie­densprozess? Wenn keine Lösung der Kon­flikts in Sicht ist, schlittert die Region dann unaufhaltsam auf die nächste gewaltsame Auseinandersetzung zu? Gibt es eine drit­te Intifada, die erneut zahllose Opfer auf beiden Seiten fordern wird? Nicht notwen­digerweise. In den Palästinensischen Ge­bieten hat sich in den letzten Jahren eine Bewegung etabliert, die durch den ins Stocken geratenen Friedensprozess weiter an Popularität gewinnen könnte: Der Ge­waltlose Widerstand. Der Gewaltlose Widerstand nimmt einen besonderen Stellenwert im palästinensi­schen Streben nach Unabhängigkeit ein und hat Potential, zur Massenbewegung anzuwachsen. International findet er aber nur selten Beachtung. Dem Thema des pa­lästinensischen Gewaltlosen Widerstands widmet sich daher die aktuelle Ausgabe unseres Newsletters. Mit den besten Grüßen aus Jerusalem Dr. Michael Bröning Direktor des Büros der Friedrich-Ebert­Stiftung in Ost-Jerusalem Design: eryfoto Seite 1