08. 2011 Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde der Friedrich-Ebert-Stiftung, Ende dieser Woche tagt der vierte Generalkongress des Palästinensischen Gewerkschaftsdachverbands Palestinian General Federation of Trade Unions(PGFTU) in Ramallah. Aus diesem Anlass berichten wir hier kurz über die Themen und zu erwartenden Ergebnisse des Kongresses. Auch im Anschluss an den drei Tage andauernden Gewerkschaftskongress werden wir Sie gerne über die personellen und inhaltlichen Beschlüsse des Kongresses informieren. Mit den besten Grüßen aus Jerusalem Dr. Michael Bröning Direktor des Büros der Friedrich-EbertStiftung in Ost-Jerusalem REFORMPROZESS IN RICHTUNG INTERNER DEMOKRATIE UND TRANPARENZ? Der 4. Generalkongress der PGFTU vom 7.-9. Dezember in Ramallah Die Palestinian General Federation of Trade Unions(PGFTU) ist mit ca. 300.000 Mitgliedern in den ihr zugehörigen 13 Einzelgewerkschaften der größte Gewerkschaftsdachverband in Palästina. Die PGFTU ist der einzige von der International Trade Union Confederation(ITUC) anerkannte Dachverband Palästinas und damit alleiniger Repräsentant palästinensischer Arbeitnehmer auf der internationalen Gewerkschaftsebene. Die PGFTU hat zwar bereits in der Vergangenheit Generalkongresse abgehalten, Beobachter bemängelten jedoch deren Intransparenz und zum Teil undemokratische Verfahren. An der Spitze der PGFTU steht der seit 1982 amtierende Generalsekretär Shaher Sa‘ed. Für den vom 7. bis zum 9. Dezember in Ramallah stattfindenden diesjährigen Kongress sind eine Reihe von Neuerungen und internen Reformen geplant. Erstmals in der Geschichte der PGFTU wird der Generalsekretär direkt von den Delegierten gewählt. Bereits im Oktober und November dieses Jahres wurden nach Angaben der PGFTU Kongresse und Wahlen in allen Mitgliedsgewerkschaften durchgeführt, an denen sich insgesamt rund 113.000 Mitglieder beteiligten. Neben neuen Führungsgremien wurden in diesen Wahlen die insgesamt 301 Delegierten für den PGFTU-Kongress bestimmt. Diese werden nun auf dem vierten Generalkongress der PGFTU das aus 43 Personen bestehende Exekutivkomitee wählen. Dieses Gremium, das drei Mal im Jahr tagt, trägt die Verantwortung für die Umsetzung der auf dem Generalkongress beschlossenen strategischen Linie. Aus dem Kreise des Exekutivkomitees wählen die Delegierten auch das 17-köpfige Generalsekretariat, das für die tagespolitische Arbeit zuständig ist. Der Generalsekretär wird sich beim 4. Generalkongress erstmals der direkten Wahl durch die Delegierten des Kongresses stellen. Ob es Gegenkandidaten geben wird, war im Vorfeld des Kongresses noch nicht absehbar. Ein starker Konkurrent für Amtsinhaber Shaer Sa´ed hatte sich jedoch nicht profilieren können, so dass die Wiederwahl von Sa´ed höchst wahrscheinlich ist. Eingeführt werden soll zudem ein Beobachtungs- und Kontrollkomitee. Dessen fünf Mitglieder dürfen keine anderen Ämter in der Gewerkschaft inne haben. Die Aufgabe Design: eryfoto Seite 1
Heft
(2011) 08. Reformprozess in Richtung interner Demokratie und Transparenz?
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten