09. 2011 Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde der Friedrich-Ebert-Stiftung, wie im Newsletter der vergangenen Woche bereits angekündigt, fand vom 7.-9. Dezember in Ramallah der 4. Generalkongress des Palästinensischen Gewerkschaftsdachverbands Palestine General Federation of Trade Unions(PGFTU) statt. Wir freuen uns, Sie nun über Verlauf und Ergebnisse des Kongresses zu informieren. Mit den besten Grüßen aus Jerusalem Dr. Michael Bröning Direktor des Büros der Friedrich-EbertStiftung in Ost-Jerusalem Der 4. Generalkongress der PGFTU – Eine gemischte Bilanz Vom 7. bis zum 9. Dezember führte die Palestine General Federation of Trade Unions (PGFTU) in Ramallah unter dem Titel„Einführung eines Mindestlohns und soziale Sicherung sind die Grundlage anständiger Arbeit“ ihren lang erwarteten, 4. Generalkongress durch. Nachdem der 3. Generalkongress im Jahr 2007 kaum Fortschritte erbracht hatte, waren dieses Jahr im Vorfeld seitens der PGFTU die Einleitung eines demokratischen Erneuerungsprozesses und Schritte in Richtung einer größeren internen Transparenz angekündigt worden. Dieses Ziel unterstrich Shaher Sa’ed, seit 1982 Generalsekretär der PGFTU, in seiner Grundsatzrede auf dem Kongress: Die PGFTU wolle„democratic, united und independent“ sein. Ein wirklicher Reformprozess konnte auf dem Kongress jedoch bestenfalls eingeleitet werden. Greifbare Erfolge waren kaum zu verzeichnen. Tumulte zum Auftakt Zu Beginn begrüßte Shaher Sa’ed die rund 300 Delegierten sowie die zahlreichen Gäste und internationalen Teilnehmer. Unmittelbar im Anschluss kam es zu Tumulten: Als der Arbeitsminister der Palästinensischen Autonomiebehörde(PA), Ahmad Majdalani, zum Rednerpult schritt, verließen über ein Drittel der Anwesenden ihre Sitze. Zwischenrufe machten ein Grußwort vorübergehend unmöglich und vor dem Saal kam es zu Handgreiflichkeiten zwischen Gegnern und Befürwortern des Ministers. Der Hintergrund: Majdalani hatte vor kurzem einen Skandal verursacht als er im Radio – unwissend um das noch eingeschaltete Mikrofon – einen führenden Gewerkschafter massiv verunglimpfte. Nach zehn Minuten und beschwichtigendem Eingreifen durch Shaher Sa’ed konnte Majdalani seine Rede schließlich halten, in der er sich für sein Verhalten entschuldigte. Für den Rest des Kongresses blieben Vertreter des Arbeitsministeriums der Veranstaltung fern. Unterstützung des Reformprozesses Es folgten Wortmeldungen verschiedener politischer Fraktionen(PFLP, DFLP, Fida und PPP). Auffällig war, dass hier und während des gesamten Kongresses kein führender Fatah-Politiker anwesend war. Die geladenen Mitglieder des FatahZentralkomitees waren nicht erschienen. Dieser Umstand lässt sich unterschiedlich interpretieren: Möglich ist, dass die PGFTU ihre Unabhängigkeit von der Fatah demonstrieren wollte. Denkbar ist aber auch, dass die Fatah-Politiker zunächst die Ergebnisse des Kongresses abwarten wollten. Im Anschluss richteten internationale Design: eryfoto Seite 1
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(2011) 09. Der 4. Generalkongress der PGFTU – Eine gemischte Bilanz
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