01.2012 Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde der Friedrich-Ebert-Stiftung, unser Newsletter Checkpunkt 01.12 widmet sich aus aktuellem Anlass dem Grenzübergang Rafah, der als einziger Grenzpunkt den Gazastreifen mit Ägypten verbindet. Seit der Wahl des Muslimbruders Muhammad Mursi zum neuen ägyptischen Präsidenten hoffen die Menschen im Gazastreifen auf eine Verbesserung der Versorgungslage durch eine Öffnung dieses Grenzübergangs. Hatten sich in den letzten Tagen die Anzeichen verdichtet, dass es in der Tat zu einer Erleichterung des Personen- und Warenverkehrs kommen könnte, so haben die aktuellen Ereignisse zunächst zu einer Schließung der Grenze geführt: Infolge des Anschlags auf dem Sinai am 5. August in der Nähe des Grenzübergangs Kerem Shalom am südlichen Ende der Grenze zwischen Israel und dem Gazastreifen, bei dem 16 ägyptische Soldaten ums Leben kamen, ist das Gebiet gegenwärtig vollständig abgeriegelt. Ägypten hat den Grenzübergang Rafah geschlossen, währen die Hamas die Schließung der Tunnel veranlasst und die Sicherheitskräfte in Alarmbereitschaft versetzt hat. Es wird gemutmaßt, dass es sich bei den Angreifern um militante Islamisten handelte, die sowohl aus dem Gazastreifen als auch aus Ägypten stammen könnten. Nicht nur die Sicherheitslage auf dem Sinai, auch andere inner-palästinensische, israelische und internationale Faktoren beeinflussen die Öffnung des Gazastreifens nach Ägypten. Hintergründe beleuchtet der aktuelle Newsletter. Eine interessante Lektüre wünscht Ingrid Ross Direktorin des Büros der Friedrich-EbertStiftung in den Palästinensischen Gebieten Rafah – Tor zur Freiheit? Die Revolution in Ägypten und insbesondere die Wahl des Kandidaten der Muslimbrüder, Muhammad Mursis, zum ägyptischen Präsidenten haben im von der Hamas kontrollierten Gazastreifen große Hoffnungen geweckt. Die Lebensbedingungen der Bevölkerung dort sind durch die wirtschaftlichen Auswirkungen der israelischen Blockadepolitik geprägt. Seit die Hamas im Jahr 2007 gewaltsam die Macht übernahm, ist der Gazastreifen international isoliert. Diese Blockade wurde auch von Ägyptens ehemaligem Präsidenten Hosni Mubarak mitgetragen. Doch seit dem Machtwechsel am Nil hegt die Bevölkerung ebenso wie die politische Führung im Gazastreifen die Hoffnung, der Grenzübergang in Rafah könne vollständig geöffnet werden und als Lebensader des Gebiets dienen. Erste Gespräche zwischen dem Chef der Hamas-Regierung in Gaza, Ismail Haniyeh, und Präsident Mursi thematisierten Möglichkeiten der Erleichterungen des Handels und Personenverkehrs. Nur wenigen Personen aus dem Gazasreifen ist es seit Beginn der Blockade gestattet, das Gebiet nach Israel zu verlassen. Der offizielle Warenverkehr mit Israel beschränkt sich seither hauptsächlich auf humanitäre Güter und Lebensmittel. Angesichts des Mangels an Waren, die für den physischen und wirtschaftlichen WiederDesign: eryfoto Seite 1
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(2012) 01. Rafah - Tor zur Freiheit?
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