05. 2010 EDITORIAL Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde der Friedrich-Ebert-Stiftung, das Jahresende 2012 war für die Palästinensischen Gebiete noch einmal mehr als ereignisreich. Zur vorhersehbaren Antragstellung in der UN-Vollversammlung am 29. November, die eine Aufwertung zum Beobachterstatus mit sich führte, kam noch die Eskalation der Gaza Krise Mitte November. Die politischen Ereignisse auf diplomatischer Ebene sowie der Gaza Krieg hatten selbstverständlich Auswirkungen auf die Stimmung auf der Straße in Palästina, was wir mit einer erneuten Durchführung einer Meinungsumfrage unseres Partners, dem Jerusalem Media and Communication Center dokumentieren wollten. Festzuhalten ist, dass die Aufwertung zu Beobachterstatus bei der UN der politischen Führung der West Bank den vorrübergehenden Zuspruch der Bevölkerung sicherte. Hielten bei der letzten Umfrage Anfang November noch weniger als die Hälfte der Palästinenser den UN-Antrag vor der Vollversammlung für profitabel, so bewerteten ihn nun 74.9% als im Sinne der nationaler Interessen Palästinas. 64.4% der Befragten sahen zudem eine Aufwertung der politischen Arbeit der Fatah in der Öffentlichkeit gegeben. Der Erfolg auf der Ebene der internationalen Diplomatie nährte zudem den Wunsch nach Wahlen und politischen Reformen im eigenen Land. 86.2% der Befragten waren überzeugt von der Notwendigkeit von Wahlen um die PLO zu reformieren. Auch die Hamas konnte politisch vom Gazakrieg profitieren. Im Vergleich zur letzten Um frage im November 2012 kann die Hamas einen Gewinn von 12% verzeichnen und läge bei Parlamentswahlen momentan bei 28.1%. Damit verringert sie den Abstand zur Fatah, die 38.3% für sich verbuchen kann, erheblich. Auch wenn die Unterstützung für den Einsatz von Gewalt gegen Israel im Vergleich zum Gazakrieg 2009 gestiegen ist, setzt eine Mehrheit von 62.3% noch immer auf friedliche Mittel als erfolgversprechendste Strategie zur Beendigung der israelischen Besatzung. Unterstützten im Januar 2011 nur 29.3% Militäreinsätze gegen Israel, lag die Zahl im Dezember 2012 jedochbei 50.9%; 74% beurteilten Raketenangriffe auf Israel aus Gaza als förderlich. Nationale und internationale Positionen während der Gaza Krise wurden sehr unterschiedlich bewertet. Während die sehr starke Unzufriedenheit mit der Positionierung westlicher Staaten nicht überrascht, ist das hohe Maß an Zufriedenheit der Bevölkerung in Gaza mit der Solidarität der West Bank hervor zu heben. Lag diese Zahl nach dem Ende des Gaza-Kriegs 2009 noch bei überschaubaren 58.7%, stieg sie im Jahre 2012 auf beachtliche 85.1% an. Aus regionaler Sicht ist zudem der Aufstieg Ägyptens zum gewünschten Mediator bei zukünftigen Verhandlungen zwischen Israel und Palästina bemerkenswert. Dieses Modell fand bei den Befragten eine Zustimmung von 49.4%, während die UN nur von 17.9% als Mediator gewünscht wird. Im Anhang finden Sie die komplette Stu die im PDF-Format. Viel Vergnügen bei der Lektüre! Mit den besten Grüßen aus Jerusalem Ihr Team der FES-Ost-Jerusalem Design: eryfoto Seite 1
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(2012) 05. Umfrage des Jerusalem Media and Communcation Centers
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