01. 2014 AKTUELLES AUS DER PALÄSTINENSISCHEN PRESSE Liebe Freundinnen und Freunde der Friedrich-Ebert-Stiftung. US-Außenminister John Kerry hat trotz aller Skepsis die israelisch-palästinensischen Verhandlungen in den letzten Monaten energisch vorangetrieben. Weder die Fortsetzung des Siedlungsbaus in den palästinensischen Gebieten – seit Verhandlungsbeginn ist der Bau von ca. 6.000 weiteren Wohneinheiten im Westjordanland und Ost-Jerusalem angekündigt worden -, noch der Rücktritt des zweiten palästinensischen Unterhändlers Mohammed Stayyeh haben bislang zu einem Zusammenbruch der Verhandlungen geführt. Die palästinensischen Gefangenen, die vor dem Beginn des Oslo-Prozesses inhaftiert wurden, sind bislang nach dem vereinbarten Fahrplan in drei Gruppen freigelassen worden. Die Freilassung einer letzten Gruppe steht noch aus. Auch die palästinensische Seite hat sich trotz einer härteren Rhetorik angesichts des Siedlungsbaus an die Vereinbarung gehalten, und keine weiteren Schritte auf internationaler Ebene unternommen. Nach Kerrys zehntem Besuch Anfang Januar 2014 in Israel/Palästina scheinen die Gespräche nun in eine entscheidende Phase einzutreten. Auch wenn offiziell noch immer gilt, dass die Inhalte der Verhandlungen nicht publik gemacht werden dürfen, sind in den letzten Tagen doch einige Details an die Öffentlichkeit gesickert, die auf beiden Seiten die Diskussionen anfachten. Die israelische Rechte versteigt sich in Schaukämpfe, u.a. in Form von Gesetzesinitiativen zur Annektierung des Jordantals. Der palästinensische Chefunterhändler Saeb Erekat versucht die erhitzten Gemüter zu beruhigen, indem er erklärte, man werde keine Minute länger als die vorgesehenen neun Monate verhandeln und nur ein Endstatusabkommen akzeptieren. Doch ob das Ergebnis der Verhandlungen eine Prinzipien-Erklärung, ein Rahmenabkommen oder ein Endstatus-Abkommen sein wird, ist indes noch unklar. Auch über den konkreten Inhalt des Abkommens wird derzeit nur spekuliert. Das wirtschaftliche Investitionspaket, das unter der Ägide des Nahost-Quartetts ausgearbeitet wird und die Vereinbarung flankieren soll, ist noch nicht finalisiert. Doch die Sorge über die Vorlage eines US-amerikanischen Vorschlags, der die Palästinenser zum Verrat der eigenen Prinzipien zwingt, ist groß. Diese Sorge spiegeln auch die Kommentare in der palästinensischen Presse wider. Ende März soll solch ein Vorschlag auf dem Papier stehen:„Crunch Time“, nennt die amerikanische Presse diese Phase. Ob die politische Führung zwischen innenpolitischem und internationalem Druck zermalmt wird, wird sich zeigen. Wir wünschen viel Spaß bei der Lektüre der aktuellen Presseschau, die sich diesem Thema widmet. Ihr Team der FES Ost-Jerusalem Design: ery foto Seite 1
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(2014) 01
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