10. 2015 Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde der Friedrich-Ebert-Stiftung, zum Ende des Jahres möchten wir Ihnen mit diesem Newsletter einen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen in Palästina und die Aktivitäten unseres Büros geben. Für das Jahr 2015 eine treffende Überschrift zu finden, fällt schwer. Augenscheinlich haben keine großen Veränderungen dem Jahr seinen Stempel aufgedrückt, weder ist es zu einem Durchbruch und zu weiteren Verhandlungen mit Israel gekommen, noch hat der UN-Sicherheitsrat eine neue Palästina-Resolution verabschiedet. Auch die Palästinensische Autonomiebehörde ist vielen Unkenrufen zum Trotz nicht kollabiert. Die Versöhnung zwischen Hamas und Fatah, die im letzten Jahr beschlossen wurde, hat ebenfalls zu keinem nennens werten Politikwechsel geführt, da die Um setzung weit hinter den gesteckten Zielen – u.a. Neuwahlen – zurück blieb. Vielen Kommentatoren ist auch der Anstieg der gewaltsamen Übergriffe und Auseinandersetzungen zwischen Israelis und Palästinensern in den besetzten Gebieten und im israelischen Kernland, die an vielen Orten im Westjordanland und dem Gazastreifen auch mit Demonstrationen an Checkpoints und Sperranlangen einhergingen, der Be griff„Intifada“(dt:„Abschütteln“) nicht wert. Mit einer Intifada sind Auseinandersetzungen von noch größerem Ausmaß verbunden, die fundamentalere Veränderungen mit sich bringen als zur Zeit erkenntlich ist. Doch vielleicht ist es noch zu früh, über das Jahr 2015 zu urteilen, denn ob die Unruhen Vorboten einer größeren Umwälzung sind, ist ungewiss. Das FES Büro in Ost-Jerusalem, das in die sem Jahr sein zwanzigjähriges Jubiläum feierte, hat alle aktuellen Entwicklungen kritisch verfolgt und politisch begleitet. In zahlreichen Dialogveranstaltungen und Workshops führte die FES im Westjordanland, dem Gazastreifen und Ost-Jerusalem ihre Arbeit fort, ermutigte junge Menschen zur gesellschaftlichen Teilhabe und Mitbestimmung, analysierte aktuelle politische und wirtschaftliche Entwicklungen und vernetzte Palästinenser_innen, Deutsche und Europäer_innen, um zu einem tieferen Verständnis der politischen Lage beizutragen. In diesem Jahresrückblick haben wir eine Auswahl der Beratungseinsätze, Ver anstaltungen und Veröffentlichungen zusammengestellt. Frohe und besinnliche Feiertage und Alles Gute für das Neue Jahr! Mit den besten Grüßen aus Jerusalem, Ingrid Ross Leiterin des Büros der FES Ost-Jerusalem Im Jahr 1993 lud die FES den damaligen PLO-Vorsitzenden Yassir Arafat anlässlich einer Veranstaltung zur Unterzeichnung der Oslo-Verträge nach Bonn ein. Zwei Jahre später eröffnete die FES das Büro in Jerusalem. Im Februar besuchte ebenfalls Michael Sommer, stellvertre tender Vorsitzender der FES, Jerusalem und Ramallah. Ein Gespräch Dr. Usama Antar, FES Programm Manager in Gaza, konnte wichtige Eindrücke der Arbeit unter den schwierigen Bedingungen im Gazastreifen vermitteln. Das Büro der FES in Ost-Jeru salem war von Absperrungen betroffen in der Stadt betroffen, nach dem eine neue Welle von Auseinandersetzungen Anfang Oktober einsetzte. Design: ery foto Seite 1
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(2015) 10
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