Ausgabe 5/2024 Diskussionspapier des Landesbüros NRW der Friedrich-Ebert-Stiftung WEITER DENKEN Fair, demokratisch, zukunftsorientiert: Impulse für eine bessere Schule Haben alle Kinder in NRW die gleichen Chancen? Haben alle Kinder dieselben Möglichkeiten, ihre Potenziale auszuschöpfen, und stehen ihnen hierfür die gleichen Ressourcen zur Verfügung? Oder sind Kinder aus einkommensschwachen Haushalten benachteiligt? Müssen Kinder mit Migrationshintergrund mehr leisten – oder werden gar bei gleicher Leistung schlechter bewertet? Diese Fragen stellen sich nicht nur Wissenschaftler*innen an Universitäten und Hochschulen oder Politiker*innen in Parlamenten, sondern auch wir: Wir, die jeden Tag selbst zur Schule gehen oder unsere Schullaufbahn kürzlich beendet haben. Klar ist: Schule, wie wir sie heute kennen und viele Jahre erlebt haben, ist kein faires System. Im Gegenteil: Schule produziert, reproduziert und verstärkt Ungerechtigkeiten. Das wollen wir nicht hinnehmen. Gerade in unserer Heimat NRW – so bevölkerungsreich und vielfältig, wie sie ist – muss Bildung für alle Kinder gerecht sein. Schule sollte niemanden benachteiligen, sondern allen Kindern und Jugendlichen gleichermaßen Chancen und Möglichkeiten bieten, ihre Potenziale zu entfalten. Das politische Moment nutzen! Über viele Jahre hinweg konnten wir in unseren Klassenverbänden feststellen, dass wir nicht nur als Personen unterschiedlich sind, sondern auch unterschiedliche Voraussetzungen hatten und haben, unseren Bildungsweg erfolgreich zu beschreiten. Autor_innen Wir wollen uns nicht mit bloßer Kritik begnügen, sondern aktiv Vorschläge aus unserer Perspektive einbringen. Deswegen haben wir uns als Gruppe zusammengefunden, mit Wissenschaftler*innen und Praktiker*innen gesprochen und ihre Befunde mit unseren Erfahrungen abgeglichen. In diesem Impulspapier wollen wir unsere Ergebnisse zusammenfassen und konkrete Vorschläge zur Verbesserung der aktuellen Situation unterbreiten. • Jana Sophie Lukaschik, ehm. Schiller Gymnasium, Witten • Klara Meyer, Gymnasium Nepomucenum, Coesfeld • Daniel Burik, ehm. Gymnasium Hochdahl, Erkrath • Isabell Müller, ehm. Gesamtschule Nord, Essen • Melissa Aydin, ehm. Gesamtschule Holsterhausen, Essen • Sebastian Laubenstein, Gymnasium Heepen • Roni Ali, Fliedner Fachhochschule, Düsseldorf • Eliot Jansen, Gesamtschule Niederzier, Merzenich • Sophia Scuderi, Collegium Augustinianum, Goch Wie dringlich und parteiübergreifend das Thema mittlerweile diskutiert wird, zeigt uns, dass 2023 vom Landtag eine Enquetekommission ‚Chancengleichheit in der Bildung‘ eingesetzt wurde. Wir hoffen darum, dass unser Papier in den Diskussionen innerhalb und außerhalb des Parlamentes Gehör findet und wir als Schüler*innen und Betroffene ernst genommen werden. Wir wollen, dass es für den Bildungserfolg egal ist, in welchem Land man geboren wurde, wie hoch das Familieneinkommen ist oder welchen Bildungsabschluss die eigenen Eltern erreicht haben. Das Impulspapier ist Ergebnis einer mehrteiligen Seminarreihe, die sich im Frühjahr 2024 theoretisch und praktisch mit den Notwendigkeiten eines bildungsgerechten Schulsystems befasste. Methodisch wurden die Teilnehmenden von Niclas Uebels angeleitet. Inhaltliche Impulse verdanken wir Prof. Michaela Vogt (Universität Bielefeld), Dr. Markus Gamper(Universität zu Köln), Andreas Niessen(Schulleiter der Helios Schule in Köln) und Lisa Marie Dziobaka(arbeiterkind.de). 3
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(2024) 5. Fair, demokratisch, zukunftsorientiert : Impulse für eine bessere Schule
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