Rezension 
[Rezension von: Europäische Sozialpolitik / Klaus Zapka, 2008]
Entstehung
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Das Buch kann man als eine Art kritischen eu -Reader verstehen, den man auch als solchen lesen sollte: Man muss nicht mit allen Argumentationen und Wertungen übereinstimmen, der holistische Ansatz bietet aber wertvolle Denk­anstöße. Es ist daher als erfrischende, über die kleinteiligen europapolitischen Debatten und wissenschaftlichen Auseinandersetzungen hinausgehende Kritik für alle zu empfehlen, die einen Überschuss an Utopie und Freude am kritischen Denken haben und diese europäische Einigung aus kritischer Perspektive betrach­ten möchten. Julian Wenz, Berlin KLAUS ZAPKA: Europäische Sozialpolitik. Zur Effizienz(supra-)nationaler Sozialpolitik Göttingen 2008 Cuvillier Verlag, 326 S. D as aktuelle Buch von Klaus Zapka über»Europäische Sozialpolitik« mit sei­nem Fokus auf deren Effizienz zeichnet in drei Kapiteln die Entwicklung der Europäischen Sozialpolitik nach. Europäische Kompetenzen zur Sozialpolitik sind nach Zapka sukzessive Reaktionen auf Reform- oder Erweiterungsprozesse der Europäischen Union. Sie versuchen, das Wirtschaftsregime der eu sozial­politisch abzustützen und damit zu stabilisieren. Für zwei repräsentative sozial­politische Bereiche(soft und hard law) erläutert der Autor die Logik europäischer Sozialpolitik, mit teils nicht unproblematischen Auswirkungen für Sozialstaaten mit hohem Wohlfahrtsstatus. Seine Thesen zur möglichen weiteren Entwicklung lösen zweifellos unterschiedliche Resonanzen aus, zugleich aber sind sie auch äu­ßerst interessant. Zapkas Buch erscheint nahezu zeitgleich mit dem»Wochenbericht Nr. 10/ 2008« des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung( diw ), dem zu­folge die für die politische Systemstabilität unerlässliche Mittelschicht einem stetigen Schrumpfungs- und Verarmungsprozess und damit einem deutlichen Wohlstandsverlust ausgesetzt ist. Das Absinken von Haushaltseinkommen der Mittelschicht ist danach erheblich stärker ausgeprägt als der Aufstieg von Perso­nen in höhere Einkommensklassen. Das vom diw beschriebene Phänomen der »Abwärtsmobilität« größerer Teile der deutschen Bevölkerung deckt sich daher mit der These von Zapka. Indikatoren hierfür sind die permanent sinkenden An­teile der Mittelstandseinkommen am volkswirtschaftlichen Gesamteinkommen sowie die sukzessive Deregulierung sozialpolitischer Schutzsysteme. Einerseits fördert die aus der Lissabon-Strategie(Europas Agenda 2010) resultierende Flexibilisierung des Arbeitsmarktes geringer entlohnte Arbeitsverhältnisse; ge­ipg 4/2008 Rezensionen/Book Reviews 155