lichen alles daransetzten, nukleare Kriegsführungsfähigkeit herzustellen. Doch wie nachhaltig diese Waffen das Denken der Verantwortlichen beeinflussen konnten, wird jetzt angesichts der neuen Quellenlage endgültig erkennbar. Atomwaffen erhöhen zweifellos in vielen Fällen die Risikobereitschaft der Verantwortlichen und können zu irrationalen und unberechenbaren Fehlern führen. Angesichts der mangelnden Abrüstungsbereitschaft der Atommächte und der zunehmenden Gefahr durch die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen können diese Erkenntnisse nur eins bedeuten: Eine atomwaffenfreie Welt muss die Handlungsanleitung für eine realistische Politik bleiben. Rolf Mützenich, Berlin Wie weiter mit dem Völkerrecht? GERD HANKEL(Hrsg.): Die Macht und das Recht. Beiträge zum Völkerrecht und Völkerstrafrecht am Beginn des 21. Jahrhunderts Hamburg 2007 Hamburger Edition, 461 S. A ngesichts der Tatsache, dass uns die modernen Medien nahezu jedes Massaker und jeden kriegerischen Konflikt in unsere Wohnzimmer übertragen, dass die Namen der Strippenzieher und Hintermänner von Kriegsverbrechen weitläufig bekannt sind, dass Menschenrechtsorganisationen immer öfter Völkerrechtsvergehen aufdecken und publik machen, rückt die Frage eines internationalen strafrechtlichen Umgangs mit schweren und schwersten Verbrechen immer stärker in den Mittelpunkt der öffentlichen Diskussion. Zuletzt sorgten der Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag gegen den sudanesischen Präsidenten Umar al-Baschir sowie die Festnahme und Überstellung des bosnischen Serbenführers Radovan Karadzic an das un -Kriegsverbrechertribunal für Aufsehen und ließen die Hoffnungen auf eine internationale Rechtsprechung wachsen. Zugleich wirken das ungestrafte kriegerische Treiben von Warlords, Milizen und terroristischen Organisationen einerseits sowie das folgenlose radikale Vorgehen privater Söldnertruppen andererseits wie ein Treppenwitz der internationalen Rechtsprechung, die ohne eigene Vollzugskräfte quasi machtlos zur tatenlosen Zeugenschaft grauenhafter Verbrechen und brutalen Handelns gezwungen ist. Schwere und schwerste Verbrechen, ob von Einzelpersonen, Gruppen oder Staaten begangen, bleiben nicht mehr verborgen. Medien verbreiten sie innerhalb von Minuten auf dem ganzen Globus und tragen sie in unser Leben. Die öffentlich-mediale Aufmerksamkeit macht das Wegschauen und Ignorieren unmöglich. Auch Juristen, Politologen, Soziologen und Historiker beschäftigen ipg 3/2009 Rezensionen/Book Reviews 171
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