Rezension 
[Rezension von: The future of representative democracy / Sonia Alonso, John Keane, Wolfgang Merkel (Eds.), 2011]
Entstehung
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REZENSIONEN/BOOK REVIEWS SONIA ALONSO/ JOHN KEANE/ WOLFGANG MERKEL(Eds.): The Future of Representative Democracy Cambridge/ uk 2011 Cambridge University Press, 307 p. U nzufriedenheit mit den repräsentativen Demokratien und politikwissenschaft­liche Kritik an deren Defiziten ist weit verbreitet und nimmt weiter zu. Da­her ist es höchst lobenswert, dass die derzeitige Lage und die aktuellen Trends theoretisch-konzeptionell und empirisch genauer untersucht und systematisch erörtert werden. Der vorliegende Sammelband soll dies in seinen elf Kapiteln leisten und der Frage nachgehen, ob und welche Zukunft dieses Modell haben könnte. Zum Autorenkreis gehören sowohl langjährige als auch junge Experten dieses Forschungsfeldes mit dem Anspruch, disziplinenübergreifend zu arbeiten. Das Buch ist Ergebnis eines mehrjährigen Projektes des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung( wzb ) und externen Experten und wird nun als Netz­werk weitergeführt(www.thefutureofrepresentativedemocracy.org). Das bis heute herausgebildete Modell repräsentativer Demokratien wird von den Herausgebern definiert als ein»cluster of territorially bound governing in­stitutions that include written constitutions, independent judiciaries and laws. These institutions guarantee such procedures as periodic election of candidates to legislatures, limited-term holding of political offices, voting by secret ballot, competitive political parties, the right to assemble in public and liberty of the press.«(S. 1) Im Einführungskapitel werden die wesentlichen Herausforderungen für dieses Modell benannt. Dazu gehören folgende Trends: zunehmende Kon­zentration von realer Machtausübung bei Exekutiven, häufige Einrichtung von nicht-gewählten Kommissionen, Unzufriedenheit und Misstrauen gegenüber dem Repräsentativsystem vonseiten der Repräsentierten, Unterminierung von Gewaltenteilungsprinzipien. Hinzu kommt, dass im Zuge der sogenannten»dritten Welle der Demokratisierung« Regierungssysteme entstanden sind, die gegenüber dem traditionellen Modell deutliche Mängel aufweisen, wie z.B. korrupte politische Parteien, unzureichend freie Medien, unliberale Regierungsstile. Dazu zählen die Herausgeber osteuropäische, asiatische und lateinamerikanische Staaten. Diese ipg 4/2011 Rezensionen/Book Reviews 175