Nr. 102.- 33. Jahrg.
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B
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Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morisplas, Nr. 151 90-151 97.
Die Zukunft unserer Nahrungsmittel- Versorgung.
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Mittwoch, den 12. April 1916.
Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. fernsprecher: Amt Moritplat, Nr. 151 90-151 97.
Kaffee von 214 auf 219 Millionen( in dieser geringen Steige- Kautsky bestreitet dann weiter die Echtheit des von mir im rung kommt die gewaltige Verbilligung des Kaffees zum Reichstage am 4. April zitierten Briefes, den Jaurès an Vandervelde Ausdruck), Kakao von 12 auf 67 Millionen und Tee von 5 auf geschrieben haben soll. Ich bin gezwungen, hier aus dem Steno 8 Millionen. Den Kaffee lieferte 1913 hauptsächlich Süd- gramm der Reichstagsfißung vom 6. April zunächst festzustellen, in amerika . Den Kakao bezogen wir zum größten Teil von eng. welchem Zusammenhang ich den Brief zitiert habe: Es ist heute eine Erfahrungstatsache, daß das ernährungs- lischen und portugiesischen Kolonien und von Südamerika . Scheidemann :... In Frankreich , mit dem ganz Deutschwirtschaftliche Durchhalten für Deutschland nur möglich ist in Tee sandten uns China und englische und niederländische land in Frieden und Freundschaft zu leben wünschte und noch Verbindung mit einer allgemeinen Senkung des Er- Kolonien. In den deutschen Kolonien waren 1913 unter wünscht, wird immer noch von denen, die das Land in die Arme nährungsniveaus. Das hat auch der Reichskanzler Kultur: 17 500 SHeftar mit Katao und 1600 Hektar mit Kaffee. des Baren getrieben haben, der Wahn verbreitet, daß wir„ boches" anerkannt, als er am 5. April im Reichstage davon sprach, Wenn sie den deutschen Bedarf befriedigen wollten, so müßten aus dem Lande, das der Welt einen Goethe, einen Stant und einen Karl Marg geschenkt hat, aus reinem Vandalismus über die Grenze ,, daß das deutsche Volk über eine gewaltige moralische Reserve sie insgesamt 428 000 Hektar unter Stultur haben. verfügt, die es befähigt, die in den letzten Jahrzehnten starf Busammenfassend ist über die Versorgung mit gezogen feien, um die französische Kultur mit Feuer und Schwert zu vernichten. Das Handwerk würde diesen Leuten bald gelegt gestiegene Lebenshaltung einzuschränken". Nahrungs- und Genußmitteln aus dem Angesichts dieser Tatsache ist es allmählich sehr still ge- Pflanzenreich zu sagen: Die im Inlande erzeugten Pro- feiner Ermordung, der„ Braunschweigischen Landeszeitung" zufolge, Pro- en, wenn in Frankreich bekannt wäre, was Jaurès zwei Tage vor worden von dem anfangs oft auch von sozialdemokratischen dukte hatten einen ungefähren Wert von: 1893 4,6 milliarden, an Vandervelde nach Belgien geschrieben hat. Ich will es Ihnen Schriftstellern manchmal gehörten und mit einem Bob der 1913 6,6 Milliarden Mark. Der Einfuhrüberschuß solcher vorlesen: Schutzzollpolitik verbundenen Gerede von der Selbstversor- Produkte hatte 1893 einen Wert von 304 Millionen, 1913 gung" Deutschlands mit landwirtschaftlichen Produkten. Man von 846 Millionen Mark. Während er 1893 erst 7 Proz. des darf heute wieder, ohne viel Widerspruch zu finden, von der Wertes der inländischen Produktion ausmachte, betrug sein Abhängigkeit der deutschen Nahrungs- Anteil 1913 schon 13 Proz. Die deutsche Viehhaltung und Fleischproduktion mittelversorgung von ausländischen Liefe= rungen reden. Eine genaue Aufhellung dieses Abhängig- haben in den letzten zwanzig Jahren einen gewaltigen Aufteitsverhältnisses wird sogar für dringed erachtet. Auf der schwung genommen. Trotzdem mußten auch 1913 noch erhebeinen Seite möchte man mit dem Resultat allerlei phantastische liche Vieh- und Fleischmengen aus dem Auslande eingeführt Kriegszielgelüfte motivieren. Auf der anderen Seite kommt werden. Um die notwendigen Fleischmengen liefern zu können, in dem gleichen Verlangen die Absicht zum Ausdruck, auf die hätten die Rindviehherden um 879 000 Stück 4,3 Proz., die Notwendigkeit weitreichender weltwirt Schweinebestände um 396 000 Stück 1,8 Proz. größer sein schaftlicher Beziehungen nach dem Kriege und müssen. Hauptbezugsquellen waren für Rindvieh Dänemark damit auf die weitere Notwendigkeit hinzunveisen, alles zu ver- und Desterreich- Ungarn , für Schweine Rußland . Hauptliefemeiden, was die Wiederanknüpfung solcher Beziehungen er- ranten für Fleisch waren 1913 Dänemark , Holland und Rußschweren könnte. land, für Geflügel Rußland und Oesterreich- Ungarn , für Fette und Schmalz die Vereinigten Staaten und Argentinien . Um die Reineinfuhr von Milch, Rahm und Butter im Inlande gewinnen zu können, hätten unsere Nindviehherden um 16 Proz. größer sein müssen. Unsere Hühnerbestände zur Deckung des gesamten Eierbedarfs sogar um 50 Proz. Die Einfuhrmengen lieferten hauptsächlich Rußland , DesterreichUngarn, Holland und Dänemark .
Beide Teile werden mit Interesse das Ergebnis einer Untersuchung dieses Abhängigkeitsverhältnisses erfahren, die Dr. A. Schulte im Hofe im Tropenpflanzer" angestellt hat.( Die Welterzeugung von Lebensmitteln und Rohstoffen und die Versorgung Deutschlands in der Vergangenheit und Zukunft", Beiheft 1-2 zum Tropenpflanzer", Februar 1916. Auch separat.) Nach seinen Ausführungen ergibt sich das folgende Bild der deutschen Nahrungsmittelversorgung und ihrer zukünftigen Gestaltung.
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Die Lage muß und wird eine Entspannung erfahren, sobald die französische Regierung erklärt, daß sie nicht gern die serbische Sache als eine russische sähe. In der Macht der französischen Re gierung läge es, Rußland am Striege zu verhindern.( hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Aber man sucht den Krieg, den man schon lange schürte. Unsere Sache darf nicht die russische sein. Wir dürfen unser Land nicht bluten lassen, um die Knutenherrschaft des weißen Zaren zu festigen. Europa würde von Asien verschlungen. Suchen Sie in Ihrem Wirkungskreis jede Steigerung des Kriegswahnsinns zu dämmen. Welche Interessen für Belgien auf dem Spiele stehen, wissen Sie. diese Interessen können nur durch den Frieden gewahrt werden, aus dem sich kein Land, auch nicht durch die glänzendsten Ver sprechungen, herausreißen lassen soll. Hier treiben alle schädlichen Kräfte zum Kriege, den man führen will zur Erfüllung eines frankhaften Ehrgeizes, und weil die Börsen London und Paris auf Petersburg spekuliert haben.( Lebhafte Rufe: Hört! hört!- Bewegung.)
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Aber
Meine Herren, ich habe keine Ursache, daran zu zweifeln, daß das Schriftstück echt ist. Es ist ganz der Geist Jaurès , der daraus spricht,( fehr richtig! bei den Sozialdemokraten) das ist der Jaurès , wie wir ihn geachtet und geliebt haben.
Kautsky bezeichnet den Brief der Braunschweigischen Landeszeitung" als„ freche Fälschung", weil er im Widerspruch stehe mit Insgesamt betrug der Wert der Fleisch, Fett, einer Rede, die Jaurès am 30. Juli in Brüssel in Gegenwart Milch- und Eier Reineinfuhr 1893 8,1 Proz., 1913 Banderveldes gehalten habe. Daß das Datum des Briefes irrig Von 1893 bis 1913 ist in Deutschland die Anbaufläche für 10,3 Proz. des Wertes der Gesamterzeugnisse der heimischen ist, mag sein. Aber darauf kann der Vorwurf einer frechen Brotgetreide( Roggen und Weizen) um 3 Proz., die Ernte- Viehzucht. Fälschung nicht begründet werden, denn Irrtümer in Datenangaben menge aber um 34 Proz. gewachsen. Es ist durch diese Er- Außer dieser direkten Abhängigkeit vom Auslande besteht unterlaufen jedem einmal, der Briefe schreibt. Daß der Brief das tragssteigerung gelungen, Deutschland unabhängiger zu aber auch noch eine indirekte Abhängigkeit durch den Bezug Gegenteil dessen sagt, was Jaures in Brüffel ausgeführt hat, kann machen vom Auslande. Schon seit Jahren ist nur noch die von Futtermitteln aus dem Auslande. Die ich auch nicht zugeben. Jaurès bat öffentlich u. a. gesagt: Gr Weizeneinfuhr von Belang. Für diese Weizenmengen fönnte Reineinfuhr von Futtermitteln( soweit sie der Vichhaltung wisse, daß die französische Regierung in dieser Stunde" in Deutschland nur durch vermehrten Roggenanbau Ersatz diente) stammte 1893 von 11,4 Proz., 1913 von 16,5 Proz. der den Frieden will und für den Frieden arbeite. In dem augeschaffen werden. Und zwar wären dafür den Heftarer gesamten in Deutschland für die Viehversorgung in Anspruch geführten vertraulichen Brief an einen Freund heißt es: trag von 1913 zugrunde gelegt- 440 000 Hektar= 6,9 Proz. genommenen Landfläche. Insgesamt handelte es sich um" Sier treiben alle schädlichen Kräfte zum Striege" usw. der Anbaufläche nötig. Mengen im Werte von: 1893 314 Millionen und 1913 Schädliche Kräfte" können sehr wohl Schlimmes beabsichtigen, Hülsenfrüchte und Buchweizen werden in Deutschland seit 992 Millionen Mark. Diese Futtermittel lieferten uns in der ohne daß eine„ Regierung" das Gleiche tut. Dafür können wir Zahren in immer geringerem Maße angebaut. Hülsenfrüchte Hauptsache: Rußland, Argentinien , Britisch- Indien, Britisch - doch gerade aus jüngster Zeit die denkbar drastischsten Beispiele aus lieferte uns das Ausland 1893 für 91 Millionen, 1913 für Afrika , die Vereinigten Staaten, China , Niederländisch- Indien unferem eigenen Lande anführen. Will Stautsty vielleicht behaupten, 33 Millionen Mark. Der weitaus größte Teil kam aus Ruß- und Aegypten . daß schädliche Kräfte" in Frankreich nicht tätig sein könnten? Aber land und Britisch- Indien. Die Reineinfuhr von Buchweizen weiter: steht der Brief denn im Widerspruch zu den Tatsachen, die betrug 1893: 217 000 Doppelzenter, 1913: 2,7 Millionen wir aus Frankreich kennen? Durchaus nicht. Ich will einige BeiDoppelzentner. Rußland war 1913 Hauptlieferant. Um diese spiele anführen: Mengen in Deutschland anzubauen, wären 1913: 225 000 Hektar und 34 000 Hektar nötig gewesen.
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Deutschland ist also trotz der gewaltig gestiegenen eigenen Produktion in der Versorgung mit Nahrungs- und Genuß mitteln in eine zunehmende Abhängigkeit vom Auslande geraten. Gleichzeitig ist aber auch in der Versorgung mit industriellen Robstoffen aus dem Tier- und Pflanzenreich eine entschiedene Verschiebung eingetreten derart, daß wir heute„ bei dem weitaus größten Teil der Rohstoffe auf das Ausland angewiesen" sind.
Bei einem Produktionswert der inländischen Erzeugung von schäzungsweise 500 Millionen Mark wurden 1913 für 4312 Mill. Mark„ Küchengewächse"( Gemüse usw.) eingeführt. 1893 erst für 9,4 millionen Mark. Haupteinfuhrländer waren 1913 die Niederlande , Frankreich , Italien und Belgien . standen, daß Nahrungs-, Genuß- und Futtermittel, die nur Der Wert des Einfuhrüberschusses von Obst( außer Südfrüchten) war 1893: 22,4 Millionen, 1913: 133 Millionen Mart . Frankreich , Italien und die Vereinigten Staaten waren 1913 die größten Lieferanten. Der Anbau dieser Einführungen in Deutschland würde 150 000 Hektar erfordern.
Diese zunehmende Abhängigkeit ist nicht nur dadurch entim Auslande erzeugt werden können, in großen Mengen verbraucht werden, sondern auch dadurch, daß die deutsche Landwirtschaft nicht in der Lage gewesen ist, den ganzen Bedarf an Produkten einheimischer Nußpflanzen für Mensch und Vieh zu decken. Es ist ausgeschlossen, daß die deutsche Wein lieferte uns das Ausland( 1913 hauptsächlich Frank Landwirtschaft dazu in Zukunft in der Lage sein wird. Alle reich und Spanien ) mehr als wir ausführten: 1893 für 2312 Tatsachen weisen im Gegenteil darauf hin: wir brauchen Millionen und 1913 für 4814 Millionen Mark. Deutsch auch in Zukunft und zwar in steigendem Maße- lands Tabakernte entspricht heute nur noch einem Viertel des das Ausland, um unseren Bedarf an NahVerbrauchs, wohingegen sie vor 20 Jahren noch 40 Proz. aus- rungs- und Genußmitteln zudecken. machte."
In ständig steigendem Maße sind in den letzten Jahren ausländische Pflanzenfette und-öle in den deutschen Verbrauch eingegangen. Der Einfuhrüberschuß zur Herstellung dieser Fette und Dele, soweit er für die menschliche Ernährung verwendet wurde, hatte 1913 einen Wert von 103 Millionen Mark. Wollte man diese Fette und Dele- höchst unvollfommen aus deutscher Produktion erzielen, so müßten 480 000 Heftar mit Raps und Rübsen bepflanzt werden.
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Genosse Kautsky erinnert im Vorwärts" vom 11. April daran, daß er mich vor einiger Zeit gefragt habe, wer mein Gewährsmann für die von der Humanité" bestrittenen Aeußerungen Sembats sei. Darauf erwidere ich:
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Zu diesen Nahrungsmitteln, die theoretisch in Deutsch land gezogen werden könnten, kommen noch einige andere, die nur in außerdeutschen Gebieten angepflanzt werden können. 1. Die Humanité" hat die betreffenden Aeußerungen, soweit In erster Linie ist da der Reis zu nennen. Wir erhielten von ich habe feststellen können, überhaupt nicht bestritten. Sembat selbst diesem wichtigen Volksnahrungsmittel 1913 für 25 Millio- hat fie ebensowenig in Abrede gestellt. Bestritten", d. b. von oben nen, 1913 für 661/2 Millionenn Mark hauptsächlich aus Bri- herunter behandelt hat sie in der Humanité" meines Wissens nur tisch - Indien . Gewürze wurden 1893 für 4,2 millionen und Homo- Grumbach in seinen Korrespondenzen aus der Schweiz . Diefe 1913 für 15,7 millionen Mark eingeführt. Sie wurden in Bestreitung durch Homo kann ich als ein Dementi der" Humanité" der Hauptsache geliefert von Britisch- Südasien, Niederländisch nicht gelten lassen. Indien , Britisch- Ostafrika und von französischen Kolonien. 2. Kautsky verlangt, daß ich meinen Gewährsmann nenne. Er Der Einfuhrüberschuß von Südfrüchten stieg von 22 Millionen weiß, oder könnte wissen, wer mein Gewährsmann ist, denn einer Mark in 1893 auf rund 100 Millionen Mark in 1913. Haupt- feiner intimen Freunde war zugegen, als die betreffende Mitteilung lieferanten waren 1913: Spanien und Italien . gemacht worden ist. Kautsky ist also in der Lage, sich bestätigen zu laffen, daß ich den Gewährsmann nicht nennen fann. Unmögliches joll er aber nicht verlangen.
Der Einfuhrüberschuß von Kaffee, Kakao und Tee stieg von 1893 bis 1913 dem Werte nach( in abgerundeten Zahlen):
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Jaurès schrieb am 16. Oftober 1905 in der Humanité":
Solange die Revanche in der französischen Politik als Möglich feit gilt, werden französische Staatsmänner verfucht sein, günstige Gelegenheiten zur Verwirklichung diefer Absicht auszunuzen und so lange wird auch bei anderen Völkern, die gegen Deutschland irgend eine feindliche Absicht haben, die Versuchung vorherrschen, diese dunkele überlebte Idee der Revanche auszubeuten, um eine antideutsche Koalition zu schmieden“.
Im„ Vorwärts" vom 9. Januar 1916 wurde über den Kongreß der Seine- Föderation, der am 19. Dezember 1915 stattgefunden hatte, berichtet. In diesem Bericht heißt es u. a.:
„ Ein sehr bemerkenswerter Zwischenfall ergab sich ,, als Fiandette die alte Streitfrage zwischen Renaudel und Rappoport wieder aufs Tapet brachte und die von Rappoport Jaurès zu geschriebenen Aeußerungen bestritt. Mayèras bestätigte die Darstellung Rappoports und fügte hinzu, daß Jaurès am 31. Juli 1914, als Jswolski durch ein Zimmer im Ministerium des Aeußern hindurchschritt, wo er mit anderen sozialistischen Abgeordneten wartete, init lauter Stimme gesagt habe: Da geht der Schurte Jswolski, er hat den Krieg gewollt und hat ihn bekommen.
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Ueber denselben Kongreß veröffentlicht der„ Labor Leader" am 30. Dezember 1915 einen Bericht, in dem es u. a. heißt:
Longuet: Ist nicht die Tatsache, daß Jaurès am 31. Juli die Regierung auffordern mußte, einen mäßigenden Einfluß auf Rußland auszuüben, ein Beweis, daß die französ sischen Minister ihre Pflicht nicht taten?" Und schon in der Vorversammlung vom 5. Dezember hatte ein Dele gierter geäußert, nach dem Friedensschluß müßte gegen Poincaré , Delcassé und Millerand wegen ihrer Verantwortung an der Herbeiführung des Krieges die Anklage auf Hochverrat erhoben werden."
Am 31. Juli 1914 machte Jaurès , so wurde in der„ Humanité" versichert, feine letzte höchste Anstrengung bei Herrn Viviani, tief bewegt die Regierung anflehend, in engem Verein mit England zu handeln und darüber zu wachen, daß Rußland teine unvor sichtigteiten begebe".( Zwei Stunden später war Jaurès tot.) In einer schweizerischen Korrespondenz der„ Frankfurter Zeitung ", die auf die in der„ Humanité" abgedruckten Berichte über den Weihnachts kongreß der sozialistischen Partei Frankreichs Bezug nimmt, wurde gejagt: