Druckschrift 
Im Osten was Neues? : Perspektiven von Migrant_innen - Schwarzen Menschen - Communitys of Color auf 30 Jahre (Wieder-)Vereinigung und Transformationsprozesse in Ostdeutschland : 28.-30. Oktober 2020, Hochschule Mittweida, Tagungsdokumentation
Entstehung
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Burgauer, Erica. 1993. Zwischen Erinnerung und Verdrängung Juden in Deutschland nach 1945. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag. Čagalj-Sejdi, Petra. 2016.Romano Sumnal Rom_nja-Aktivismus in Leipzig. In Viele Kämpfe und vielleicht einige Siege. Texte über Antiromaismus und historische Lokalrecherchen zu und von Roma, Romnja, Sinti und Sintezze in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Tschechien, herausgegeben von Kathrin Krahl und Antje Meichsner, 23–26. Dresden: Weiterdenken Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen. Evangelische Kirche in Mitteldeutschland, Lothar-Kreyssig-Ökumene-Zentrum,Respekt und Anerkennung, 2019, https://www.oekumenezentrum-ekm.de/entwicklung-umwelt/Mosambik-Tagung-2019/(abgerufen am 07.12.2020). Farah, Ahmed. 1993.Internationale Solidarität oder Ausbeutung? Zur Lage der mosambikanischen Ver­tragsarbeitnehmerInnen der Ex-DDR vor und nach der Wende. In Schwarz-Weiße Zeiten. AusländerInnen in Ostdeutschland vor und nach der Wende. Erfahrungen der Vertragsarbeiter aus Mosambik. Interviews Berichte Analysen, herausgegeben von Informationszentrum Afrika e.V.(IZA), Bremen, KoordinierungsKreis Mosambik e.V.(KKM), Bielefeld, terres des hommes e.V.(tdh), Osnabrück, und BAOBAB, Infoladen Eine Welt e.V., Ost-Berlin, 35–40. Bremen: Milde Multiprint GmbH. Gilsenbach, Reimar. 1993. Oh Django, sing deinen Zorn! Sinti und Roma unter den Deutschen. Berlin: Basis­Druck. Guttmann, Micha. 2005.‚Normalisierung unter Polizeischutz? Die Entwicklung der jüdischen Gemeinden in Deutschland und Nordrhein-Westfalen von 1945 bis heute ein Essay. In Jüdisches Leben im Rheinland. Vom Mittelalter bis zur Gegenwart, herausgegeben von Monika Grübel und Georg Mölich, 286–307. Köln: Böhlau Verlag. Nombuso, Sithebe. 1993.Ost- oder Westdeutschland, für mich ist das kein großer Unterschied. In Entfernte Verbindungen. Rassismus, Antisemitismus, Klassenunterdrückung, herausgegeben von Ika Hügel, Chris Lange, May Ayim, Ilona Bubeck, Gülşen Aktaş und Dagmar Schultz, 224–232. Berlin: Orlanda Frauenverlag. Lappe, Herbert. 1996.Ich fühle mich für Deutschland zuständig. In Juden aus der DDR und die deutsche Wiedervereinigung Elf Gespräche, herausgegeben von Robin Ostow, 58–76. Berlin: Wichern Verlag. Loff, Birgit.Der Berliner CDU ist die Insel zu gut für Roma, Frankfurter Rundschau, 16.08.1990, Archiv des Rom e.V. Köln, Hänge-Register. Messmer, Susanne.Montagsinterview Janko Lauenberger. ‚Ich war als Junge ein Großmaul,, TAZ, 19.08.2012, http://www.taz.de/!5086098/. Partridge, Damani J. Beitrag zur VeranstaltungDie Mauer fiel uns auf den Kopf im Rahmen des Themen­tagsMigranten und wiedervereinigtes Deutschland, kuratiert von Nevim Çil(Thementage1989 Globale Geschichten), Haus der Kulturen der Welt, Berlin, 22.02.2009. Pollmann, Uwe. 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Jenseits des Mainstreams I Halil Can: 2.3 DieWende in Deutschland und das Sprechen der anderen Deutschländer_innen aus demdritten Raum mit Empowerment und Powersharing Es ist Herbstzeit in Deutschland, Zeit zum Feiern, alle Jahre wieder, und nun zum 30. Mal. Erinnert wird an die Wende, die viel gepriesene friedliche Revolution, den Fall der Berliner Mauer, das Wunder vom 09. November 1989. Es ist aber auch ein Tag mit einem faden Beigeschmack, denn zugleich ist dieser auch der Gedenktag an die Reichspogromnacht gegen jüdisches Leben im NS-Reich am 09. November 1938. Gefeiert wird die Wende daher stattdessen am 03.Oktober, dem Tag der Einheit zu einem wiedervereinigten Deutschland; genau genommen demBeitritt der DDR zur BRD am 03.10.1990, wie im deutsch-deutschen Einigungsvertrag zu lesen ist. In dem SatzEs wächst zusammen, was zusammengehört!(Willy Brandt) fand dann der deutsch-deutsche Einheitsgeist seinen sprachlichen Ausdruck und populären Widerhall. Vereinen und Erinnern ohne die Anderen(Deutschländer_innen) 1 Obwohl im Grundgesetz(GG) der Bundesrepublik Deutschland(BRD) die Voll­endung der Einheit als nationalstaatliches Ziel fest verankert war, hatte dennoch kaum jemand die Wiedervereinigung für möglich gehalten. Das Grundgesetz der BRD sah jedoch lediglich eine ethnisch-nationale Vereinigung der Bewohner_in­nen beider Staaten vor. Die nicht-deutsche Bevölkerung der Deutschen Demokra­tischen Republik(DDR), wie z.B. Vertragsarbeiter_innen, waren von diesem Recht ausgeschlossen. So galten nach dem Staatsangehörigkeitsverständnis der dama­ligen BRD gemäß Art. 116 des GGs von 1949 alle deutschen Bürger_innen der DDR 1 Entgegen von kulturalisierenden und rassialisierenden Fremdbezeichnungen aus der deutschen Mehr­heitsgesellschaft gibt es mittlerweile im rassismuskritischen Diskurs zahlreiche Selbstbezeichnungen von Fremdmarkierten, etwa mit Bezeichnungen wie BIPoC(für eine Definition des Begriffs siehe Fußnote 43), andere Deutsche, Schwarze Deutsche. Mit kritischem Blick auf die ethnisierende Konnotation in der Be­zeichnungDeutsch wird hier mit der Betonung auf das Land als Lebensort die BezeichnungDeutschlän­der_in, verstanden als territoriale und damit inklusive Bennenungspraxis, gewählt. Zugehörigkeit wird hier nicht über Herkunft, Hautfarbe oder Rechtsstatus vorgestellt, sondern allein über den Lebensort. Da jedoch aufgrund von rassistischen Strukturen Ungleichheiten bestehen bleiben, findet hier auch für rassialisierte Menschen die Bezeichnungandere Deutschländer_innen Verwendung. Die Kritik und Überwindung der Privilegierung und Diskriminierung basierend auf dem völkisch-kulturalistischen Nationenverständnis ist eine wesentliche Intention den BegriffDeutschländer_in auch zu verwenden. 47