EMail: unsichtbar-empowerment@posteo.de Facebook: www.facebook.com/unSichtbarBIPoCInitiative Literatur: Aukongo, Stefanie Lahya, Buchstabengefühle Eine poetische Einmischung, w_orten& meer, 2018 Benita Bailey„And still I sigh. Diversität im deutschen Film“ Heinrich Böll Stiftung Migrationspolitisches Portal https://heimatkunde.boell.de/de/2020/08/20/and-still-i-sigh-diversitaet-im-deutschen-film[zugegriffen am 31.08.2021] Andrea Meza Torres/ Halil Can,„Empowerment und Powersharing als Rassismuskritik und Dekolonialitätsstrategie aus der People of Color-Perspektive“ Heinrich-Böll-Stiftung Heimatportal migrationspolitisches Portal, o.J., https://heimatkunde.boell.de/ de/2013/04/01/empowerment-und-powersharing-als-rassismuskritik-und-dekolonialitaetsstrategie-ausder(zugegriffen am 31.08.2021]. 62 2. Jenseits des Mainstreams I 2.5 Zusammenfassung der anschließenden Diskussion In der Diskussion wurden Ansätze geteilt, mit denen Erinnerungsarbeit differenzsensibel und intersektionaler gestaltet werden kann. Es wurden Chancen aufgegriffen, die Lücken, Leerstellen und Unsichtbarkeiten in historisch-tradierten Wissensbeständen für die Erinnerungsarbeit zu öffnen sowie die Zentralität von Empowerment-Räumen und-Prozessen für Menschen mit Migrations- und Fluchtgeschichte besprochen. Zu der Frage, welche Perspektiven in Erinnerungsarbeiten fehlen, antwortete Nicola Lauré al-Samarai, dass das eine relativ regionale Frage sei und teilte ihre Überlegungen zur Feststellung der fehlenden Positionen. Diese Frage müsse in einem intersektionalen Sinne, mit dem Ziel, aktivistische Räume gemeinsam zu erweitern, differenzsensibel und intersektionaler zu machen, gestellt werden. Die Suche nach mehr Anknüpfungs- und Anhaltspunkten würde es ermöglichen, den aktivistischen Raum mit fehlenden Perspektiven, Stimmen und Positionalitäten zu vergrößern. Fehlende Wissensbestände stellen für die Erinnerungsarbeit jedoch nicht lediglich Hindernisse dar, sondern eröffnen auch Chancen über Umwege zugänglich gemachtes Wissen aus einer neuen Perspektive zu bewerten und zu revidieren. Hier sah Nicola Lauré al-Samarai Potential, Erinnerungen durch neue Zugänge zu überprüfen und an neue Fragestellungen und Perspektiven anzupassen. Dabei sei das Revidieren und Zugänglich-machen von Erinnerungen eine generationsübergreifende Aufgabe. Bezugnehmend auf Homi Bhabha sprach Halil Can vom„dritten Raum“, eine Positionalität, die über die Positionalität des Insiders und des Outsiders hinausgeht. In der Diskussion wurde auf diese These bezugnehmend hinterfragt, inwieweit in diesem„dritten Raum“ tatsächlich neue empowernde Momente stattfinden. Um auf diese Frage zu antworten, erzählte Can von Empowerment-Räumen und Prozessen, die er mitgestaltet und erlebt hat, bevor es die Begrifflichkeiten Empowerment, Powersharing, People of Colour überhaupt gab. Can und seine Kolleg_innen und Freund_innen haben damals schon aus der Praxis heraus für sich erkannt, dass es wichtig ist, eigene geschützte Räume zu schaffen, um eigene Belange, Themen, Interessen, Erfahrungen, Erinnerungen und die vielfältigen Positionalitäten in diesem Raum thematisieren, sich austauschen und gegenseitig stärken zu können. Zu der Frage nach empowernden Momenten fügte Can hinzu, dass seine Doktorarbeit zu Identitätsprozessen in mehrgenerationellen Gastarbeiterfamilien aufzeigte, dass es außerhalb der politisch bewusst geschaffenen Empowerment-Räume ganz selbstverständlich bereits Empowerment-Räume in Alltagsbeziehungen, wie z.B. der Familie, gibt. Der familiäre Raum – das zeige sich aus seiner Forschung – ist ein Empowerment-Raum. Gerade im transnationalen Kontext sei die Familie der Raum, wo Mensch sich zurückziehen und Unterstützung finden kann und wo be63
Druckschrift
Im Osten was Neues? : Perspektiven von Migrant_innen - Schwarzen Menschen - Communitys of Color auf 30 Jahre (Wieder-)Vereinigung und Transformationsprozesse in Ostdeutschland : 28.-30. Oktober 2020, Hochschule Mittweida, Tagungsdokumentation
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