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Innovationspolitik in Zeiten des Wandels : das neue Verhältnis von Staat und Markt
Entstehung
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Gustav Horn Innovationspolitik in Zeiten des Wandels Das neue Verhältnis von Staat und Markt AUF EINEN BLICK Die Art des Wirtschaftens ändert sich derzeit im globalen Maßstab und in einem rasanten Tem­po. Es gilt, den Herausforderungen durch Digi­talisierung, Klimawandel und Globalisierung gerecht zu werden. Das gelingt nur, indem durch massive Interventionen des Staates neue öffentliche Güter produziert werden. Hierzu ist eine neue Innovationspolitik erforderlich, die auf der Kooperation von Staat und Markt be­ruht. Um dabei erfolgreich zu sein, muss der Staat die Bereitschaft mitbringen, höhere Risi­ken einzugehen. Die Art des Wirtschaftens ändert sich derzeit im globalen Maßstab und in einem rasanten Tempo. Drei sich wechselsei­tig beeinflussende Herausforderungen prägen das Bild. Die erste ist die immer durchgreifendere Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft. Dieser Prozess hat zwar schon seit Langem begonnen, doch erst jetzt gewinnt die Digitalisie­rung in Verbindung mit anderen Herausforderungen eine ge­radezu revolutionäre Kraft, die tief in das alltägliche Leben von Konsument_innen wie Produzent_innen eingreift. In diesem Umfeld müssen Unternehmen sich neben der Digitalisierung noch einer zweiten großen Herausforderung stellen: der Umstellung auf eine ökologisch nachhaltige, das heißt weitgehend von schädlichen Emissionen befreite Pro­duktion. Die Bedeutsamkeit der Klimakrise ist evident(Deut­sche Bundesbank 2022). Daraus folgt die Notwendigkeit eines grundlegenden Wandels in den bestehenden Unternehmen. Es ermöglicht zudem neuen Unternehmen, in den Markt ein­zutreten, während andere ausscheiden werden. Beides führt zu einem spürbaren Strukturwandel und zu einer veränderten globalen Arbeitsteilung(Pisani-Ferry 2021). Das markiert die dritte Herausforderung: Unter dem Druck des technologischen und ökologischen Wandels ver­schieben sich die Handelsströme. Der Wandel und die mit ihm verbundenen Unsicherheiten erzeugen eine Eigendyna­mik, die die Wirtschaftspolitik in vielen Staaten renationali­siert. Dadurch wird die Globalisierung fragiler. Der Krieg in der Ukraine hat dies noch deutlicher werden lassen. Die wechselseitige Verschränkung dieser Herausforderun­gen lässt sich durch zwei Beispiele illustrieren. Ein in dieser Zeit nahe liegendes sind die Möglichkeiten und Nutzung von Videokonferenzen. Die Technik hierzu war schon länger ver­fügbar. Doch erst mit der Coronapandemie erschließt sich ihr bisher nicht voll erkannter Nutzen und damit ihre Anwen­dung für weite Kreise von Wirtschaft und Gesellschaft. In der Folge ändert sich hierdurch die Branchenstruktur massiv. Es profitieren alle Anbieter rund um diese Technik. Dort entste­hen neue Arbeitsplätze. Es leiden hingegen all jene Branchen, die wie Fluggesellschaften und Konferenzanbieter aus den bisher praktizierten Verhaltensweisen ihre Gewinne bezogen haben. Dort gehen Arbeitsplätze im Zuge dieses Strukturwan­dels verloren. Ein weiteres Beispiel ist das durch die Klimakrise erforder­liche neue Mobilitätskonzept. Die Automobilindustrie setzt auf E-Mobilität, die aber nur dann klimaneutral ist, wenn der hierzu notwendige Strom mit erneuerbaren Energien erzeugt und verteilt wird. Das zieht nicht nur den viel diskutierten grundlegenden Strukturwandel in der Energiebranche nach sich, sondern wird auch einen entsprechenden Wandel globa­ler Handelsströme für Energie mit sich bringen. Auf Dauer werden die Anbieter von Öl und Gas ihre globale Marktmacht verlieren. An ihre Stelle treten jene, die den gewaltigen Strombedarf der Industrieländer mit erneuerbaren Energien durch effiziente Transportwege zu befriedigen vermögen. Der absehbare Ausfall Russlands als Energieanbieter verstärkt die­sen Trend. Innovationspolitik in Zeiten des Wandels FES impuls 1