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Der Verteidigungssektor in der Tschechischen Republik: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft
Entstehung
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ren gehören: Munition und Ausgangsmaterialien für Spreng ­stoffe, Produktionsausrüstung und Halbfertigprodukte, Handfeuerwaffen, Landsysteme(einschließlich gepanzerter Fahrzeuge, Panzer und Infanterieplattformen), Flugzeug ­technologien und elektrotechnische Systeme(wie Radar, Kommunikationsanlagen und zugehörige Komponenten) (Rod 2025, S. 4). Darüber hinaus bieten die meisten tsche ­chischen Rüstungsunternehmen auch verteidigungsorien ­tierte Dienstleistungen an, einschließlich Wartung und Re ­paratur. Ein typischer Vertreter dieses Geschäftsmodells ist die MPI Group, die sich auf Innovations-, Reparatur- und Wiederaufbauprogramme spezialisiert hat Bei der Untersuchung der Struktur der tschechischen Rüstungsexporte auf der Grundlage der neuesten verfügba ­ren Daten aus dem Jahr 2022 zeigt Tabelle 2 auf Seite 7 eine prozentuale Aufschlüsselung der wichtigsten Ex ­portkategorien, die den Anteil der einzelnen Sektoren an den gesamten tschechischen Rüstungsexporten veran ­schaulicht. Die Daten zeigen, dass die tschechischen Rüs ­tungsexporte vor allem von Munition und Substanzen für Sprengstoffe sowie von Landsystemen dominiert werden. Betrachtet man die in Tabelle 3 auf Seite 7 dargestellten Exportziele, so wird deutlich, dass Europa sowohl EU- als auch Nicht-EU-Staaten der dominierende Markt für tschechische Rüstungsexporte ist. Weitere Ex ­portströme gehen nach Asien, Afrika und in den Nahen Os ­ten, nach Nord- und Südamerika sowie nach Australien und Ozeanien. Betrachtet man darüber hinaus die Länder, die ge ­messen am Umsatz die wichtigsten Exportziele darstellen, so zeigt sich, dass die höchsten Einnahmen in den USA, In ­dien und Polen erzielt werden. Tabelle 4 auf Seite 7 gibt einen Überblick über die wichtigsten Exportmärkte der tschechischen Rüstungshersteller nach Umsatz. Die zuverlässigsten öffentlich verfügbaren Daten stammen aus dem Jahr 2022. Angesichts des anschließen ­den Anstiegs der Ausfuhren in die Ukraine ist es wahr ­scheinlich, dass die Ukraine nun eine bedeutendere Positi ­on in der Rangliste einnimmt. Seit dem Einmarsch Russ ­lands haben die tschechischen Rüstungsexporte in die Ukraine erheblich zugenommen, doch machen sie nach wie vor nur einen begrenzten und oft verschwiegenen Teil der breiteren Expansion der tschechischen Rüstungsindustrie aus. Im Jahr 2023 verdoppelten sich die gesamten tschechi ­schen Waffenexporte im Vergleich zum Vorjahr auf einen Rekordwert von 60 Milliarden CZK, was vor allem auf den Krieg in der Ukraine und die Aufstockung der nach Kiew gelieferten Bestände durch europäische Staaten zurückzu ­führen ist. Direkte Exporte in die Ukraine werden häufig als geringfügig eingestuft oder beschrieben. Für die großen Unternehmen wie Czechoslovak Group, Colt CZ Group, STV Group und Omnipol ist die Ukraine ein wichtiges Ex ­portziel, sie betonen jedoch, dass die meisten Exporte in NATO-Länder und andere globale Märkte gehen und ukrai ­nische Aufträge nur einen geringen Prozentsatz ausma ­chen, oder sie bleiben aus Sicherheitsgründen vertraulich. Über direkte Lieferungen hinaus sind tschechische Unter ­nehmen zunehmend an Technologietransfers und industri ­eller Zusammenarbeit in der Ukraine beteiligt, einschließ ­lich der Herstellung von Munition und der Montage von Gewehren, was eine Verlagerung hin zu einem längerfristi ­gen strategischen Engagement signalisiert(Němec 2024). Betrachtet man die potenziellen Abhängigkeiten im Hinblick auf Exportmuster und Unternehmensstrukturen, so zeigen die Tabellen 2, 3 und 4, dass der Sektor ange ­sichts der breit aufgestellten tschechischen Verteidigungs ­industrie ein relativ hohes Maß an Widerstandsfähigkeit aufweist. Dies ist darauf zurückzuführen, dass sich die tschechische Rüstungsproduktion nicht auf nur eine oder zwei dominierende Kategorien der Rüstungsindustrie oder von Exportzielen konzentriert. 4. Investitionen und nationale/europäische Projekte Die tschechische Verteidigungsindustrie ist nach wie vor weitgehend selbstständig und stützt ihre Entwicklung vor allem auf die Exporttätigkeit und die enge Zusammenar ­beit mit dem tschechischen Staat. Im Jahr 2024 sicherten sich tschechische Unternehmen über 90% der öffentlichen Beschaffungsaufträge im Verteidigungsbereich, die jedoch weniger als 25% des gesamten Auftragswerts ausmachten, da die tschechische Industrie an den teuersten Beschaf ­fungsprogrammen wie den F-35-Kampfflugzeugen und den H-1-Hubschraubersystemen –in erster Linie in nicht­strategischen Bereichen oder nur zu geringen Anteilen be ­teiligt ist(EY 2024, S. 6). Dieses Ungleichgewicht behindert den Ausbau der heimischen Industriekapazitäten und unterstreicht die Not ­wendigkeit einer stärkeren tschechischen Beteiligung an strategischen, hochwertigen Verteidigungsprogrammen, die idealerweise bereits in der Forschungs- und Entwicklungs ­phase beginnt. Gleichzeitig ist die verteidigungsindustrielle Strategie der Tschechischen Republik nach wie vor unzurei ­chend definiert, was zu anhaltenden Koordinierungsmän ­geln zwischen staatlichen Akteuren und Herstellern führt. Dies unterstreicht, dass die langfristige Entwicklung von Fähigkeiten von vertieften, technologieorientierten strategi ­schen Partnerschaften abhängt insbesondere von sol ­chen, die auf Technologietransfer und lokalisierter Produk ­tion aufbauen(EY 2024, S. 6). Um an zusätzliches Kapital zur Unterstützung der zukünftigen Entwicklung zu gelangen, sind die drei führen ­den Unternehmen des Sektors CSG, Colt CZ Group und STV Group an der Prager Börse notiert. Diese strategi ­sche Entscheidung soll private Investitionen anziehen und die technologische und industrielle Entwicklung beschleu ­nigen, wobei sowohl inländische als auch ausländische In ­vestoren Unternehmensanteile erwerben können. Ein weiterer Weg für die Entwicklung der tschechi ­schen Rüstungsindustrie liegt eröffnet sich im Bankensek ­tor. In vielen Fällen sind die Banken jedoch nach wie vor zurückhaltend, wenn es um die Vergabe von Krediten an Rüstungshersteller geht. Während einige Institute, die den Sektor früher gemieden haben, inzwischen finanzielle Un ­terstützung gewähren, betrachten andere die Rüstungsin ­dustrie weiterhin als ungeeignete oder unerwünschte Inves ­titionskategorie ein Ansatz, der von führenden Vertretern Der Verteidigungssektor in der Tschechischen Republik 6