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Analyse des slowenischen Verteidigungssektors
Entstehung
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A N A LYS E Verteidigungsindustrie in Mittelosteuropa Analyse des slowenischen Verteidigungssektors Katja Geršak / Jelena Juvan In diesem Beitrag wird die heutige slowenische Verteidi­gungsindustrie analysiert, wobei der Schwerpunkt auf den derzeitigen Fähigkeiten, der Struktur und der strategischen Bedeutung im Rahmen der EU und der NATO liegt. Ein kur­zer historischer Überblick über die jugoslawische Periode und den Übergang nach der Unabhängigkeit liefert den wesentlichen Kontext für die heutigen industriellen und in­stitutionellen Arrangements. Der Fokus liegt auf den ge­genwärtigen Entwicklungen, einschließlich der technologi­schen Ausrichtung, der Innovationen bei Dual-Use-Produk­ten und der internationalen Integration. Das Kapitel schließt mit einer Bewertung der wirtschaftlichen Bedeu­tung des Sektors und seines künftigen Potenzials. 1. Historischer Rückblick: Die Verteidigungs­industrie in der Zeit Jugoslawiens und nach der Unabhängigkeit Nach 1945 baute Jugoslawien systematisch einen umfang ­reichen verteidigungsindustriellen Komplex auf. In Sloweni­en gehörten zu den wichtigsten Einrichtungen Barutana Kamnik(Sprengstoffe), Železarne Ravne(Spezialstähle und Waffenkomponenten), TAM Maribor(Militärlastkraftwagen und leicht gepanzerte Fahrzeuge) und Iskra(Kommunika­tion, Elektronik, Optik und Laser)(Završnik 2014). Aufgrund des politischen Bruchs mit der Sowjetunion in den späten 1940er-Jahren investierte Jugoslawien erhebliche Ressour ­cen in die Entwicklung seiner eigenen Rüstungsindustrie, was in den 1970er- und 1980er-Jahren zu einem erheblichen technologischen Wachstum führte. Während der sozialisti­schen Ära unterhielt Jugoslawien eine der größten Verteidi­gungsindustrien in der blockfreien Welt, die von Infanterie­waffen und Munition bis hin zu gepanzerten Fahrzeugen, Elektronik, Schiffbau und Flugzeugproduktion reichte. Die Industrie war in der Lage, bis zu 80% des Bedarfs der jugosla­wischen Volksarmee(JLA) zu decken. Die Industrie war hoch spezialisiert, technologisch fortschrittlich und stark exportorientiert. Slowenische Firmen lieferten wichti­ge Teilkomponenten, die dann in größere, in anderen Teil­republiken hergestellte Plattformen integriert wurden. Auf­grund der jugoslawischen Strategie, die Rüstungsprodukti­on aus politischen und sicherheitspolitischen Gründen geografisch zu verteilen, war Sloweniens Industriekapazität für die föderale Autonomie von entscheidender Bedeutung. Die slowenischen Unternehmen waren jedoch trotz ihrer Innovationen eingeschränkt, da die Entscheidungen zentral in Belgrad getroffen wurden und der unabhängige Export verboten war; alle Exporte wurden ausschließlich über das staatliche Unternehmen SDPR abgewickelt. Ende Analyse des slowenischen Verteidigungssektors 1