Sammelwerk 
Arbeit am Mythos Rosa Luxemburg : braucht Berlin ein neues Denkmal für die ermordete Revolutionärin? ; Gedanken
Entstehung
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9 Nachdenken über Rosa L. Ein Denkmal als Kampf um die kulturelle Hegemonie von Heinrich August Winkler Die Botschaft besteht nur aus einem Satz, aber der hat es in sich: Die Koalition will das geplante Denkmal für Rosa Luxemburg nach einem künstlerischen Wettbewerb auf dem gleichnamigen Platz in Mitte realisieren. Zur Entstehungsgeschichte dieses Bestandteils derVereinbarung über die politische Zusammen­arbeit der SPD und PDS im künftigen Berliner Senat ist zu er­fahren, Streit habe es darüber nicht gegeben. Der Vorschlag sei zwar von der PDS eingebracht worden, erklärte der stellvertre­tende Landesvorsitzende der SPD, Sven Vollrath, aber schließ­lich gehöre das Erbe Rosa Luxemburgs nicht der PDS. Der So­zialdemokrat erinnerte in diesem Zusammenhang an die offiziel­le Ost-Berliner Luxemburg-Liebknecht-Demonstration vom Ja­nuar 1989, auf der unabhängige Bürgerrechtler Transparente mit dem berühmtesten Zitat von Rosa Luxemburg gezeigt hatten: Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden. Für die PDS ist der Denkmalbeschluss der willkommene Kontrapunkt zu den geschichtspolitischen Zugeständnissen, die sie in der Präambel des Koalitionsvertrages den Sozialdemokra­ten hat machen müssen. Leicht kann es der PDS ja nicht gefallen sein, die Berliner Mauer alsSymbol für Totalitarismus und Menschenverachtung zu bezeichnen und offen auszusprechen, dass die Verantwortung für das Leid, das das unmenschliche Grenzregime über viele Menschen gebracht hat,ausschließlich bei den Machthabern in Ost-Berlin und Moskau gelegen habe. Das Denkmal für Rosa Luxemburg soll demgegenüber an einen Kommunismus mit menschlichem Antlitz erinnern, in dessen