30 bisher und soll auch in Zukunft sowohl auf die Bevölkerungszahl als auch auf die Mitgliedschaft als souveräner Staat in der Union abgestellt werden. Seit den aufeinanderfolgenden Erweiterungen seit 1973 kommt dem Faktor der Mitgliedschaft mehr Gewicht zu als der jeweiligen Bevölkerungszahl. Diese Tendenz würde sich durch den Beitritt der bisherigen Kandidaten noch verstärken. Aus Sicht der Kommission würden das Modell einer doppelten einfachen Mehrheit den einfachsten und zugleich interessengerechtesten Ausgleich zwischen den beiden Faktoren schaffen. Eine Entscheidung der Gemeinschaft bedürfte einer einfachen Mehrheit der Mitgliedstaaten und, zugleich, einer einfachen Mehrheit der Bevölkerung. Die Entscheidungsfindung ist einfach und transparent ohne bevölkerungsreiche oder bevölkerungsarme Mitgliedstaaten zu bevorteilen. Eine Neuverhandlung angesichts der verschiedenen zu erwartenden Beitritte erübrigt sich. Ausblick: Notwendigkeit des Erhalts der Gemeinschaftsmethode 11. Die institutionelle Reform der Europäischen Union, sei dies vor oder nach Nizza, kann ihren Ausgangspunkt beim Resultat von 50 Jahren Integration nach dem Modell der Gemeinschaftsmethode nehmen. Diese 50 Jahre stehen für eine Periode von Frieden, Wohlstand und Solidarität in Europa. Alles Erreichte, vom Binnenmarkt, die gemeinsame Währung und bisher vier Erweiterungen beruhen auf dem Zusammenspiel des institutionellen Dreiecks zwischen den gemeinsamen Institutionen Parlament, Rat und Kommission, welche hinsichtlich ihres Handelns und des Ergebnisses dieses Handelns der Kontrolle des Europäischen Gerichtshofs unterworfen sind. Das Erreichte beruht nicht auf einem klassischen zwischenstaatlichen Interessenausgleich.
Druckschrift
Die EU-Osterweiterung als Herausforderung : zur institutionellen Reformbedürftigkeit und grundlegenden Rolle der Europäischen Union ; eine Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung am 06. November 2000 in Berlin
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