45 Nichtsdestotrotz hätten sich mittlerweile Agenturen für die Vermittlung von Dienstleistungen von selbstständigen polnischen Reinigungskräften und Pflegekräften gegründet. 3.2. Unternehmerisches Handeln stößt an Grenzen Die Praxis der Dienstleistungsfreiheit birgt für Unternehmen in Deutschland und Polen sowohl Risiken als auch Chancen. Auf der einen Seite gibt es nach wie vor Barrieren. Auf der anderen Seite überwiegen aber die Vorteile des geöffneten Marktes, die in der Zukunft von Unternehmen weiter ausgeschöpft werden könnten. Untersuchungen belegten, dass deutsche Unternehmen auf die Konkurrenz aus den neuen Mitgliedstaaten nicht vorbereitet seien, so Barbara Cöllen, deutsch-polnische Journalistin für die Deutsche Welle. Zwei Bauunternehmer aus Polen und aus Deutschland veranschaulichen, wie sie sich auf die Marktöffnung eingestellt haben und schildern ihre Erfahrungen mit der Praxis der neuen Dienstleistungsfreiheit. Wie die Unternehmen die Möglichkeiten der frei(er)en Märkte nutzen Die Inter-BAUPOL ist ein polnisches Unternehmen, dass sich 1990 gegründet hat. Daniel Kalenik, Gründer und Hauptgesellschafter der Inter-BAUPOL GmbH, verortet das Tätigkeitsfeld des Unternehmens im Bereich Sanierung, Modernisierung und Rohbauten, mit dem Spezialgebiet Fassadendämmung. Im Jahr 1994 habe das Unternehmen begonnen, im Rahmen bilateraler Regierungsabkommen Dienstleistungen nach Deutschland zu exportieren. Die Bedingungen des Werkvertragsverfahrens in Deutschland beschränkten das polnische Unternehmen jedoch auf die Rolle des Subunternehmens. Um die existierenden Beschränkungen und die mehrmaligen Genehmigungssperren zu umgehen, habe die Inter-BAUPOL 1997 eine Gesellschaft nach deutschem Recht in Mühlheim am Main mit ca. 30 Mitarbeitern gegründet. In der deutschen Niederlassung würden Werkverträge verwaltet und Löhne und Bauleistungen abgerechnet. Durch die deutsche GmbH könnten Arbeiten direkt mit Bauherren abgewickelt, neue Kunden gewonnen und an öffentlichen Ausschreibungen teilgenommen werden. Insgesamt habe das Unternehmen rund 260 Mitarbeiter in Polen, Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien. Es habe im letzten Jahr eine Niederlassung in den
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Polen und Deutschland gemeinsam in der EU : auf dem Wege zur vollen Dienstleistungs- und Arbeitnehmerfreizügigkeit in Europa? ; Eine gemeinsame Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Wirtschafts- und Handelsabteilung des Generalkonsulats der Republik Polen in Köln am 20. Juni 2005 in Köln
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