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Polen und Deutschland gemeinsam in der EU : auf dem Wege zur vollen Dienstleistungs- und Arbeitnehmerfreizügigkeit in Europa? ; Eine gemeinsame Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Wirtschafts- und Handelsabteilung des Generalkonsulats der Republik Polen in Köln am 20. Juni 2005 in Köln
Entstehung
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48 Auch der Vertreter des polnischen Unternehmens Inter-BAUPOL GmbH spürt den verschärften Wettbewerb. In den ersten zwei Jahren nach der Gründung der deutschen GmbH habe es in seinem Unternehmen zusätzliche Kontrollen gegeben. Ursache seien Anzeigen vermutlich von Mitbewerbern gewesen, so der Gründer von Inter-BAUPOL. Mittlerweile beschäftigen auch die Mitbewerber in Deutschland im Bereich Fassadendämmung polnische Kontingentfirmen. Flexible polnische Handwerker als Vorteil der Marktöffnung Aufgrund der Freizügigkeit bestehe nun die Möglichkeit, polnische Staatsbürger direkt einzustellen, erklärt der Gründer der TREFFERT GmbH. In Polen habe das Unternehmen sehr gute Handwerker mit großer Leistungsbereitschaft gefunden, die Arbeiten mit hohem Qualitätsniveau durchführten. Ein Vorteil der polnischen Mitarbeiter sei nicht nur das niedrige Lohnniveau, sondern auch eine weniger verwöhnte Einstellung zur Arbeit. Die polnischen Mitarbeiter seien bereit, samstags und abends länger zu arbeiten und auch mal Überstunden in größerem Maße zu machen. Zu den negativen Erfahrungen zählt der Vertreter der TREFFERT GmbH, dass polnische Mitarbeiter überraschend nicht mehr in Deutschland erschienen oder zu den Nachunternehmern wechselten, ohne dies anzukündigen. Ein besonders positiver Aspekt der polnischen Kollegen sei ihre hohe Mobilität. Der Bau-Unternehmer berichtet von einem Auftraggeber auf den Jersey Inseln, der für sein Projekt eine deutsche Firma suchte. Auch dieser Auftrag wurde mit einem polnischen Partner durchgeführt, denn es gebe noch immer deutsche Mitarbeiter, die nicht auswärts tätig sein wollten, z.B. weil sie sich in einem Verein engagierten. Problematisch sei es insbesondere, wenn das Unternehmen seine Präsenz auf dem osteuropäischen Markt allein mit deutschen Mitarbeitern erhöhen wolle. In diesem Zusammenhang weist Barbara Cöllen, deutsch-polnische Journalistin für die Deutsche Welle und Moderatorin der Diskussion, darauf hin, dass nicht alle Handwerker so mobil seien. So seien lediglich ca. 150 polnische Klempner nach Frankreich gegangen, benötigt würden jedoch ca. 5000.