und den mit ihnen in Zusammenhang gebrachten Elementen von Al-Qaeda, lokalen Kriegsherren und Drogenbaronen bestimmt. Das Wissen über den Charakter und die Akteure dieser„insurgency“ ist dabei äußerst gering. Die bevorstehende Ablösung von 2.500-4.000 US-Truppen durch(britisch-holländisch-kanadische) Einheiten der Nato hat auch die Debatte nach dem Mandat und den„rules of engagement“ der ausgeweiteten ISAFMission neu belebt. Diese wird momentan leider mehr von den politischen Erfordernissen in den Entsendeländern der Truppen bestimmt, als von den Notwendigkeiten im Süden Afghanistans. Die Drogenbekämpfung wurde in London zum Querschnittsthema erklärt, doch fehlt es dazu an einem konzeptionellen und praktischen Konsens über die weitere Vorgehensweise. Wie sich die ISAF-Truppen bei der Drogenbekämpfung im Feld konkret verhalten werden, ist völlig unklar. Der Reflex, sich hier keine zusätzlichen Feinde zu schaffen, dürfte trotz aller gegenteiligen Bekundungen weiter Wirkung zeigen. Auf der afghanischen Seite sind derzeit vier verschiedene Behörden mit der Drogenbekämpfung befasst, deren Politik sich häufig unterscheidet. Außerdem widerspricht die bisher„integrative“ Kabinetts-Politik der Regierung unter Präsident Karzai der Notwendigkeit, alle Ministerien bis in ihre Spitzen von Statthaltern der Drogenbarone zu säubern. Neu ist, dass seit der Londoner Konferenz offen über die Probleme der Drogenbekämpfung diskutiert wird, nachdem das Thema jahrelang beiseite geschoben wurde. Diese Diskussion ist jedoch vielstimmig und äußerst kontrovers. Immer noch verhindern auf beiden Seiten vordergründige Interessen oder die Scheu vor möglichen militärischen oder politischen Risiken eine ehrliche Auseinandersetzung mit dem Thema. Bis zur Einigung auf eine gemeinsame Strategie und deren Umsetzung dürfte es noch Jahre dauern. Solange ist und bleibt Afghanistan mit einem Anteil der Drogenökonomie am Bruttosozialprodukt von mehr als 50% ein„Narco-State“, auch wenn die meisten Verlautbarungen noch vor dessen Entstehung warnen. Der Karikaturen-Streit Demonstrationen gegen den Abdruck der Mohammed-Karikaturen in europäischen Medien haben in Afghanistan mindestens 15 Todesopfer gefordert. Es gibt kaum Afghanen, die sich durch den Abdruck der Karikaturen nicht in ihrem religiösen Empfinden verletzt fühlen. Die wenigsten haben auf diese Erfahrung mit Gewalt reagiert. Im Gespräch werden vor allem Unverständnis über die Beweggründe der Akteure und verantwortlichen Redakteure im Westen geäußert.„Warum?““Wem nutzt dies?“, so lauten die immer wieder gestellten Fragen zur Publikation der Karikaturen. Die westliche Prämisse, dass die Pressefreiheit einen universellen Wert darstellt, wird zumindest von den Intellektuellen geteilt, findet aber selbst bei ihnen ihre Grenze in der Abbildung des Propheten.„Wir haben in unserem lange isolierten Land die jüngst erworbenen Freiheiten wie die Meinungsfreiheit akzeptiert und gerne übernommen“, sagt der Chefredakteur der Zeitung„Kabul Weekly“, Faheem Dashty.„Aber diese Karikaturen sind ein Verstoß gegen unsere religiöse Freiheit- und die bleibt ein Tabu“. Kaum eine der gewalttätigen Demonstrationen im Land war spontaner Natur. Überall dort, wo es zu Ausschreitungen kam, gibt es Hinweise für eine Instrumentalisierung des Konfliktes durch lokale Interessen. In der einen Stadt mag die konstruktive Zusammenarbeit der UNRepräsentanten mit lokalen religiösen Führern für Entspannung gesorgt haben. An einem anderen Ort mag ein Kommandant die Situation für seinen Kampf gegen einen Konkurrenten genutzt haben. Einen demonstrierenden Mob zu finden, der ohne Ansehung des Gegenstandes - 4-
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Zwischen "Compact" und Karikaturen : Afghanistans mühevoller Weg zur Demokratie
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