Rund um den Besuch des iranischen Präsidenten Amadinedschad in Indonesien Tia Mboeik/ Erwin Schweisshelm, Friedrich-Ebert-Stiftung Jakarta/ Indonesien o Während des viertägigen Besuchs des iranischen Präsidenten in Indonesien anlässlich der fünften Gipfelkonferenz der Gruppe der D8-Länder(große islamische Entwicklungsländer) wurde das iranische Atomprogramm nur am Rande erwähnt. o Bei der Verteidigung des Atomprogramms reklamierte der iranische Präsident die Souveränität jedes Landes, Atomprogramme für friedliche Zwecke zu entwickeln und die Solidarität unter den islamischen Entwicklungsländern. Diese Position wird von Indonesien unterstützt. o Indonesien betrachtet Nukleartechnologie als eine optimale alternative Energiegewinnung, und will bis 2016 ein eigenes Atomprogramm entwickeln. Anlässlich der fünften Gipfelkonferenz der Gruppe der D-8, der acht großen islamischen Entwicklungsländer Indonesien, Iran, Pakistan, Türkei, Bangladesh, Malaysia, Nigeria und Ägypten vom 11. bis zum 13. Mai in Bali bereiste der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad vom 9. bis zum 13. Mai Indonesien. Dabei wurde der Streit um das iranische Atomprogramm im Prinzip nur am Rande der Konferenz angesprochen. Für das Gastgeberland Indonesien erscheint der Besuch Ahmadinedschads wie ein Test für die Diplomatiefähigkeit Indonesiens, die Positionen der beiden verfeindeten Länder Iran und Amerika gleichermaßen zu berücksichtigen, ohne die eigene Souveränität aufzugeben. Die folgende Kurzanalyse basiert auf der Berichterstattung der führenden Printmedien Indonesiens und gibt Meinungen über den Atomstreit, das iranische Atomprogramm und die Position Indonesiens in der Debatte kurz wieder. Der iranische Präsident hatte ein volles Programm zu absolvieren. Außer den offiziellen Gesprächen mit dem indonesischen Präsidenten Susilo Bambang Yudhoyono(SBY) und Regierungsmitgliedern besuchte Ahmadinedschad den nationalen Heldenfriedhof in Süd-Jakarta, das indonesische Parlament, zwei renommierte Universitäten und die muslimischtraditionell ausgerichtete Organisation k~ÜÇ~íìä= rä~ã~. Ahmadinedschad hielt bei diesen Gelegenheiten jeweils einen kurzen Vortrag über die iranische Außenpolitik und stand Rede und Antwort zum aktuellen Thema, dem iranischen Atomprogramm. Der warme Empfang der sunnitischen Öffentlichkeit erinnert an die einstige breite Sympathie für Palästina; beide Länder gelten in Indonesien als Vorzeige-Opfer der hegemonialen Mächte Amerikas und seiner Verbündeten. Die Sympathie für den Iran wurde nochmals verstärkt durch die großzügigen Hilfeleistungen des Landes an die Erdbebenopfer in Jogyakarta.
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Rund um den Besuch des iranischen Präsidenten Amadinedschad in Indonesien
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