Fokus auf wirtschaftliche Zusammenarbeit Seit dem Sturz des ehemaligen indonesischen Präsidenten Soeharto im Jahre 1998 konzentrieren sich Indonesien und Iran gezielt auf konkrete Formen wirtschaftlicher Zusammenarbeit und Handel. 1998 kam es zur Gründung der IranischIndonesischen Joint Economic Cooperation. Im Februar 2000 besuchte der iranische Außenminister Kamal Kharrazi Indonesien. Im Februar 2004 machte der Iran ein Angebot, mit Indonesien im petrochemischen Sektor zusammenzuarbeiten. Es folgte darauf die Unterzeichnung verschiedener Handelsabkommen im Wert von 10 Milliarden US Dollar in Teheran im Juni 2005. Inzwischen ist der bilaterale Handel zwischen beiden Ländern im Vergleich zu 1998 um 100% gewachsen. Im Öl- und Energiesektor machte der viertgrößte Öllieferant der Welt dem einzigen südostasiatischen Land, das Mitglied der OPEC und gleichzeitig von Ölimporten abhängig ist, das Angebot, 4 Mrd. US Dollar in eine Ölraffinerie zu investieren. Die Motivation für iranische Investitionen in Asien erklärte der iranische Außenminister Esfandyar mit der Bedrohung durch die USA und ihren Alliierten in Europa. Die Gruppe der D-8 Länder beschäftigte sich vordergründig mit wirtschaftlichen Themen, unter anderem Schuldenstreichung, Konzeption strategischer Handelsabkommen und Tourismusförderung. Entgegen aller Befürchtungen wurde das iranische Atomprogramm in der Konferenz nicht explizit behandelt, sondern lediglich in die Diskussion über alternative Energiegewinnung integriert. Ahmadinedschad verteidigte sein Atomprogramm Obwohl lokale Zeitungen fast einheitlich berichteten, dass der Besuch Ahmadinedschads und auch die dreitägige Gipfelkonferenz der D-8 hauptsächlich wirtschaftliche Interessen verfolgten, war absehbar, dass Ahmadinedschad jede Gelegenheit nutzen wird, um sein Atomprogramm zu verteidigen. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz riss Ahmadinedschad für ganze 30 Minuten das Wort an sich, ohne seinen Gastgeber, den indonesischen Präsidenten SBY zu Wort kommen zu lassen, um die Fragen der Journalisten nach dem iranischen Atomprogramm und der Drohung der USA zu beantworten. Die Pressekonferenz, entwickelte sich zu einem Plädoyer Ahmadinedschads für internationale Unterstützung seines Atomprogramms, das ausschließlich friedlichen Zwecken diene. Danach dementierte der Sprecher des indonesischen Präsidenten, dieser habe mehrmals versucht, die Pressekonferenz zu unterbrechen aus Sorge, Ahmadinedschads verbale Angriffe gegen den Westen könnten ungünstig für Indonesien ausfallen. SBY selbst reagierte gelassen:„I think he(Ahmadinedschad) likes this nuclear thing very much“. Indonesien befürwortet das iranische Atomprogramm Die Rechtfertigung Ahmadinedschads für das iranische Atomprogramm ist bekannt. Zum einen verurteilt Ahmadinedschad den Weltmachtsanspruch der USA. Zum anderen wirft er dem Westen vor, seine Technologien zu teuer zu verkaufen, weshalb er jedes Land für berechtigt hält, sein eigenes Atomprogramm zu entwickeln. Diese Rechtfertigung kommt in Indonesien, wo religiöse Solidarität, Nationalismus wie auch die ausgeprägte Süd-Süd Rhetorik starken Zulauf haben, zwar gut an, reicht aber nicht aus, um Indonesien an den Iran zu binden. In der Bali-Deklaration, dem Ergebnis der fünften Gipfelkonferenz der D-8 Gruppe wurde festgehalten, dass die Mitglieds-
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Rund um den Besuch des iranischen Präsidenten Amadinedschad in Indonesien
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