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Südkorea : Oppositionspartei erzielt Erdrutschsieg bei Kommunal- und Provinzwahlen
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Juni 2006 Südkorea: Oppositionspartei erzielt Erdrutschsieg bei Kommunal- und Provinzwahlen Peter Gey, FES Korea Der Ausgang der landesweiten Kommunal- und Provinzwahlen am 31. Mai erschütterte die politische Landschaft Südkoreas: Die regierende Uri-Partei gewann von den 16 wichtigsten Bürgermeister- und Gouverneursposten nur einen, die oppositionelle Grand National Party (GNP) hingegen zwölf. In der Hauptstadt Seoul fielen alle 96 Sitze im Stadtrat an die GNP. Als verantwortlich für die beispiellose Niederlage der Uri-Partei gelten allgemein die schlechten Leistungen der Regierung von Präsident Roh Moo-Hyun. Die Regierungspartei bietet ebenfalls ein miserables Bild. Sie hat in nur zweieinhalb Jahren acht Vorsitzende verschlissen und geht in den beginnenden Präsidentschaftswahlkampf ohne einen aussichtsreichen Kandidaten. Auch die Oppositionspartei, deren Kandidatinnen und Kandidaten 60% der abgegebenen Stimmen gewannen, übt wenig Anziehungskraft aus. Sie verdankt ihren Erfolg in erster Linie der Unbeliebtheit von Präsident Roh und seiner Partei. Mit ihrer Vorsitzenden Park Geun-Hye und dem bisherigen Bürgermeister von Seoul, Lee Myeung-Bak, hat sie jedoch zwei starke Be­werber um die Präsidentschaftskandidatur und die weitaus besseren Aussichten auf einen Sieg bei den Präsidentschaftswahlen im Dezember 2007. Bei landesweiten Kommunal- und Provinz­wahlen am 31. Mai gelang der oppositionel­len Grand National Party(GNP) ein überwälti­gender Wahlsieg. Sie gewann 12 von 16 der wichtigsten Bürgermeister- und Gouverneurs­posten. Die GNP stellt auch weiterhin den Bürgermeister von Seoul, wo sie in allen 25 Bezirken die meisten Stimmen gewann, den Gouverneur der die Hauptstadt umgebenden Kyonggi-Provinz und den Bürgermeister von Incheon. Der Großraum Seoul, in dem etwa die Hälfte der koreanischen Bevölkerung lebt, wird damit wie bisher von der Opposition re­giert werden. Landesweit gewann die Oppositionspartei 60,6% der abgegebenen Stimmen. Soviel hatte noch niemals eine Partei in Korea in ei­ner Kommunal- und Provinzwahl auf sich ver­einigt. Geradezu atemberaubend war das Er­gebnis in Seoul. Hier fielen alle 96 Sitze im Stadtrat an die GNP. Verheerend war der Wahlausgang für die re­gierende Uri-Partei von Staatspräsident Rho Moo-Hyun. Sie konnte sich lediglich bei den Gouverneurswahlen in der Nord-Cholla­Provinz durchsetzen. Selbst die kleine opposi­tionelle Democratic Party, die in zwei Provin­zen gewann, war erfolgreicher. Eine weitere Provinz ging an einen parteilosen Bewerber. Die Wahlbeteiligung betrug 51,3% und lag damit um 2,7 Prozentpunkte höher als bei Wahlen im Jahre 2002. Frauen erzielten zwar nur 13,6% der zu vergebenden Mandate, aber dieses Ergebnis lag deutlich über ihrem Abschneiden im Jahre 2002, als sie nur 3,2% der Mandate gewonnen hatten. Wahlberech­tigt waren alle Bürgerinnen und Bürger über 19 Jahre. Erstmals durften auch Ausländer mit unbefristeter Aufenthaltsgenehmigung, die seit mehr als drei Jahren in Südkorea lebten, das passive Wahlrecht ausüben.