traute, die Parteiflügel zusammenzuführen und nach außen einen neuen Kurs zu verkörpern. Eine Gruppe von acht Parteigranden wurde mit der Aufgabe betraut, einen neuen Vorsitzenden und einen neuen Vorstand zu finden. Allen Widerständen zum Trotz einigten sich die acht am 9. Juni darauf, Kim Geun-Tae zum neuen Vorsitzenden zu küren. Bis März 2007, wenn die Amtszeit des zurückgetretenen Vorsitzenden Chung satzungsgemäß geendet hätte, soll ein 15-köpfiges Notkomitee, dem ausschließlich Mitglieder der Uri-Fraktion angehören, der Partei vorstehen. Der Interim-Vorstand steht vor der Herausforderung, die widerstreitenden Parteiflügel hinter einem gemeinsamen Kandidaten für die Präsidentschaftswahlen im Dezember 2007 zusammenzuführen. Wer das sein könnte, ist nicht erkennbar. Präsident Roh Moo-Hyun zeigte bislang keinerlei Absicht, einen Nachfolger aufzubauen, und der neue UriVorsitzende ist in der eigenen Partei zu sehr umstritten, um als Präsidentschaftskandidat in Frage zu kommen. Der Bewerber mit den besten Aussichten, von seiner Partei nominiert zu werden, war der zurückgetretene Parteivorsitzende Chung Dong-Young. Nach der beispiellosen Niederlage seiner Partei bei den Kommunal- und Gouverneurswahlen am 31. Mai dürfte er aus dem Spiel sein. Bleibt Frau Kang Kum-Sil. Präsident Roh hatte sie gegen den heftigen Widerstand des Establishments als Justizministerin durchgesetzt. Obgleich Frau Kang bald von diesem Amt zurücktrat, hatte sie an Popularität gewonnen. Allerdings konnte sie dies nur beschränkt in Wählerstimmen umsetzen. Als Kandidatin für das Amt des Bürgermeisters von Seoul ging sie mit nur 30% der Stimmen ebenso unter wie ihre Partei. Die Opposition: wenig Programm, starke Kandidaten Mit Ausnahme der erfolgreichen Politik des bisherigen Bürgermeisters von Seoul, Lee Myeung-Bak, der unter anderem für eine enge Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft wirbt und mit großer Überzeugungsarbeit die Restauration des Chonggyechon-Flusses in der Innenstadt von Seoul durchsetzte, gibt es wenig Anlass, eigene Leistungen oder Vorschläge der GNP als Gründe für den zwar erwarteten, in seinem Ausmaß aber doch verblüffenden Sieg der Opposition anzuführen. Ein Attentat auf die Parteivorsitzende Park Geun-Hye, bei dem ein Mann mit krimineller Vergangenheit am 20. Mai Frau Park mit einem Messer eine elf Zentimeter lange Wunde zugefügt hatte, brachte ihrer Partei vorübergehend viel Sympathie ein. Dies trug unter anderem dazu bei, dass der GNP-Kandidat in der Großstadt Taejon das für ihn bereits aussichtslose Rennen um das Bürgermeisteramt schließlich doch noch für sich entscheiden konnte. In einer Umfrage unter 1.000 Erwachsenen, die von den Zeitungen Korea Times und Hankook Ilbo kurz nach den Wahlen durchgeführt worden war, gaben lediglich 9,5% der Befragten an, sie hätten sich für die GNP entschieden, weil sie diese Partei für glaubwürdiger als die regierende Uri-Partei hielten. Wesentlich mehr Wahlberechtigte waren jedoch bereit, ihre Stimme der GNP-Vorsitzenden Park Geun-Hye oder dem scheidenden Seouler Bürgermeister Lee Myeung-Bak zu geben, nämlich 25,8% bzw. 20,2%. Prognosen für die Präsidentschaftswahlen 2007 Präsident Roh kündigte nach dem Absturz seiner Partei an, seine politischen Aufgaben gewissenhaft fortzusetzen. Nun käme es in der Regierungsarbeit auf Vorbereitungen“auf lange Sicht” an. Als Präsident kann Roh MooHyun jedoch nicht mehr lange in die Zukunft schauen. Seine Amtszeit endet in einem Jahr und sieben Monaten. Eine zweite Kandidatur sieht die Verfassung nicht vor. Seine Partei hat gegenwärtig wenig Aussichten, auf sich alleine gestellt die Präsidentschaftswahlen im Dezember 2007 zu gewinnen. Als Bündnispartner käme von den kleineren Oppositionsparteien die Democratic Party (DP) in Betracht. Diese ging aus den Überresten der einst von Alt-Präsident Kim Dae-Jung gegründeten Millennium Democratic Party (MDP) hervor, nachdem die Anhänger Roh Moo-Hyuns sie im September 2003 verlassen und zwei Monate später die Uri-Partei ge- 3-
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Südkorea : Oppositionspartei erzielt Erdrutschsieg bei Kommunal- und Provinzwahlen
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