Trotz der teilweise chaotischen Zustände blieben die Wähler dennoch auffällig ruhig. Die Verzögerungen wurden zwar laut kritisiert und den Journalisten und Wahlbeobachtern die Beschwerden in das Notizbuch diktiert, aber es gab keine größeren Unruhen. Stattdessen wurde geduldig in Schlangen gewartet bis das Wahlbüro seine Türen öffnete. Der Wahlablauf In jedem Wahlbüro befanden sich ein Wahlleiter, ein Sekretär und ein Assistent, Wahlbeobachter von verschiedenen Kandidaten und zwischenzeitlich auch immer wieder nationale und internationale Beobachter. Nachdem die Wähler in der Wahlkabine ihren Favoriten mit einem Stempel auf einem farbigen DinA3-Bogen markiert hatte, auf dem die 26 Kandidaten abgebildet waren, wurden Fingerkuppe und Fingernagel des Wählers mit nicht wasserlöslicher schwarzer Tinte bemalt, um eine doppelte Stimmabgabe zu verhindern. Anschließend mussten die Wähler ihren Fingerabdruck auf der Wahlliste hinterlassen. Die Auszählung der Stimmen in den Wahlbüros verlief unter der Beobachtung von Wahlhelfern, Vertretern einiger Kandidaten, offiziellen Wahlbeobachtern und vielen Zuschauern aus der Bevölkerung, die sich durch die Fenster und Türen der Wahlbüros einen eigenen Eindruck über den Verlauf der Wahl verschaffen wollten. Die Wahlurne wurde auf einem Tisch ausgekippt und die Stimmzettel zunächst gezählt. Anschließend wurden die Stimmzettel nacheinander aufgefaltet und für jeden Zuschauer gut sichtbar herumgezeigt. Auf einer Tafel wurde auf einer Strichliste jede Stimme für die verschiedenen Kandidaten vermerkt. Auch dieser Vorgang stellte sich sehr transparent und regelgerecht dar und verlief ohne Zwischenfälle. Die Unregelmäßigkeiten in der Organisation haben keinem Kandidaten unverhältnismäßig genutzt oder geschadet. Trotz Unzulänglichkeiten kann daher von einem demokratischen Ablauf der Wahl gesprochen werden. Einen gegenteiligen Eindruck hinterließ allerdings Mathieu Kérékou, der nach seiner Stimmabgabe lange vor dem Schließen der Wahllokale über Wahlbetrugsversuche und über eine Millionen angeblich fehlender Stimmzettel orakelte. Er kündigte daher mit einem Verweis auf die US-amerikanischen Präsidentschaftswahlen an, dass man sich notfalls mit dem Auszählen der Stimmen bis zu sechs oder sieben Monaten Zeit nehmen werde. Einige Kommentatoren interpretierten dies als einen weiteren Versuch Kérékous, die demokratische Legitimation der Wahlen anzuzweifeln und sich eine längere Amtszeit zu sichern. Mathieu Kérékou bei der Stimmabgabe Foto: Karla Held© 6
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Das westafrikanische Musterländle Benin hat gewählt! : die Bevölkerung Benins stimmt für einen Politikwechsel und sorgt somit für den dritten demokratischen Machtwechsel in der jungen republikanischen Geschichte
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