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Das westafrikanische Musterländle Benin hat gewählt! : die Bevölkerung Benins stimmt für einen Politikwechsel und sorgt somit für den dritten demokratischen Machtwechsel in der jungen republikanischen Geschichte
Entstehung
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Nach dem ersten Wahlgang brodelte die Gerüchteküche Die Tage nach dem Urnengang und Kérékous mysteriösen Äußerungen waren von einer großen Nervosität und Anspannung gekennzeichnet. Und in der Tat schienen einige Ereignisse ei­nen schlechten Fortgang des Wahlpro­zesses anzukündigen: So verhinderte das Militär eine Pressekonferenz von Albert Tévodjéré, einem ehemaligen Politiker, der über ein sehr ho­hes Ansehen in Benin und den Nachbarländern verfügt und als Unterstützer Boni Yayis gilt. Als offizielle Erklärung zu diesem Vorfall wurden Sicherheitsgrün­de genannt. Außerdem wurden der General­direktor und der Generalsekre­tär des staatlichen Fernsehsen­ders ORTB zwei Tage nach dem ersten Wahlgang entlas­sen. Gerüchten zufolge hatten diese sich gegenüber dem Prä­sidialamt geweigert ein Video mitBeweisen der Wahlfäl­schungen auszustrahlen. An­geblich zeigte das Video unge­klärter Herkunft Minderjährige bei der Stimmabgabe und Zeu­genaussagen über den Kauf von Wählerstimmen. Höhepunkt der Nervosität war die Verbreitung der Meldung von einigen Radiostationen, dass für den Mittwochabend ei­ne Ausgangssperre verhängt worden sei. Dies stellte sich aber schnell als Fehlinformation heraus und in den folgenden Tagen fand auch die Bevölke­rung ihre Gelassenheit wieder. Die Ergebnisse des ersten Wahl­gangs deuteten auf einen Neube­ginn hin Die Auszählung der Stimmen ging nicht besonders zügig voran. Mit der Begründung, man könne sich über das Verfahren der Stimmenauszählung nicht einigen, hielt die Wahlkommissi­on CENA den für die Verkündigung der Wahlergebnisse angesetzten Termin von vier Tagen nach dem Wahltag nicht ein. Erst in der Nacht zum Sams­tag, also knapp sechs Tage nach der Wahl, verkündete Sylvain Nouwatin, der Präsident der CENA, die Wahler­gebnisse von neun der zwölf Departe­ments. Das amtliche Endergebnis des ersten Wahlganges, welches noch ei­nige Tage später verkündet und vom Verfassungsgericht bestätigt bzw. leicht korrigiert wurde, ergab für die fünf Bestplatzierten folgende Stimmen­verteilung: Boni Yayi erhielt 35,78%, Adrien Houngbédji 24,22%, Bruno Amoussou 16,29%, Léhady Soglo 8,44% und Idji Kolawolé 3,25%. Die restlichen 21 Kandidatinnen und Kan­didaten erreichten zumeist nicht einmal 1% der Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 81,70%(s.a. Anhang). Bei einer genaueren Betrachtung der Ergebnisse wird deutlich, dass der As­pekt der lokalen Herkunft der Kandida­ten für viele Wähler eine große Rolle gespielt hat. Adrien Houngbédji und Bruno Amoussou schnitten in ihren Hochburgen Ouémé beziehungsweise und Mono und Couffo besonders gut ab. Boni Yayi hat besonders gute Er­gebnisse in den vier Departements im Norden erzielt, wo ein Teil seiner Fami­lie herkommt. Sicherlich profitierte Boni Yayi auch von der Tatsache, dass die meisten Kandidaten aus dem Süden des Landes kamen und er keinen star­7